BSC Young Boys

    Auf YB, FCSG und Lugano warten jetzt «türkische Wochen»

    Christoph Böhlen
    Christoph Böhlen

    Bern,

    Ab dieser Woche geht es um die Wurst: Die Schweizer Europacup-Teilnehmer sind im Rennen um die Gruppenphasen gefordert. Fast alle reisen in die Türkei!

    YB
    YB ist nach dem Cupspiel im Wallis international gefordert. - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Drei von vier Schweizer Klubs müssen in den Europacup-Playoffs gegen türkische Klubs ran.
    • YB trifft auf Galatasaray, der FCSG auf Trabzonspor und Lugano auf Besiktas.
    • Die Schweizer Bilanz gegen türkische Klubs ist emotional – aber durchzogen.

    Gleich fünf Schweizer Teams starteten mit dem Ziel in die Saison, eine europäische Gruppenphase zu erreichen.

    Während der FCZ an den Portugiesen aus Guimarães scheitert, bleiben vier Teams noch im Rennen. Kurios: Gleich drei davon treffen auf Klubs aus der Türkei. Nur Servette hat mit Chelsea einen Gegner aus einem anderen Land vor der Brust.

    Für den FC Lugano ist das in dieser Saison keine Premiere: In der Champions-League-Quali scheitern die Tessiner an Fenerbahce mit Coach José Mourinho.

    Nach dem Sieg über Partizan Belgrad geht es für das Croci-Torti-Team jetzt im Europa-League-Playoff gegen Besiktas weiter.

    FC Lugano
    Gegen Fenerbahce zieht der FC Lugano den Kürzeren – jetzt wartet Besiktas. - keystone

    Setzen sich die Tessiner durch, stehen sie in der EL-Gruppenphase. Bei einer Niederlage wartet immerhin die Conference League.

    Wie schlägt sich YB gegen Galatasaray?

    Auch im Berner Wankdorf wird am Mittwoch Türkisch gesprochen. Meister YB ist im Playoff zur Champions League gesetzt, zieht aber gleich das happigste Los: Galatasaray Istanbul reist in die Bundesstadt.

    Das Kader des türkischen Traditionsklubs ist gespickt mit grossen Namen: Allein in der Offensive tummeln sich Maruo Icardo, Michy Batshuayi, Hakim Ziyech oder Wilfried Zaha.

    Galatasaray
    Mauro Icardi (rechts) reist mit Galatasaray nach Bern. - keystone

    Nach dem schwachen Saisonstart muss YB zwei richtig starke Tage einziehen, um sich für die Königsklasse zu qualifizieren. Immerhin: Die Gruppenphase der Europa League haben die Berner bereits auf sicher.

    Traust du YB den Einzug in die Champions League zu?

    Und weil aller guten Dinge drei sind, darf auch der FCSG gegen einen türkischen Vertreter ran: Die St. Galler treffen im Playoff zur Conference League auf Trabzonspor. Das Hinspiel in der Ostschweiz steigt am Donnerstag um 21 Uhr.

    Schweizer Bilanz gegen Klubs aus der Türkei durchzogen

    Von den drei Klubs hat nur YB eine positive Bilanz gegen türkische Vereine: 2010 werfen die Berner Fenerbahce Istanbul aus der Quali zur Champions League. Nach einem 2:2 zu Hause gelingt in der Türkei ein 1:0-Sieg, danke eines Treffers von Henri Bienvenu.

    YB
    Henri Bienvenu bejubelt seinen Siegestreffer gegen Fenerbahce. - keystone

    Der FC Lugano verliert in dieser Saison gegen Fenerbahce 1:2 und 3:4. Das Duell gegen Besiktas ist eine Reprise aus dem Vorjahr: In der Conference League trafen die beiden Teams bereits aufeinander. In der Türkei gewann Lugano mit 3:2, beim «Heimspiel» im Letzigrund setzte es eine 0:2-Niederlage.

    FC St.Gallen
    2001 reichen die Tore von Charles Amoah gegen Galatasaray nicht zum Weiterkommen. - keystone

    Das letzte Kräftemessen mit einem türkischen Klub liegt für den FCSG bereits länger zurück: 2001 trafen die Espen in der Quali zur Champions League auf Galatasaray. Auf eine 1:2-Heimniederlage folgte ein 2:2 in Istanbul – und damit das Aus.

    Erinnerungen an Nati-Duelle

    Das Duell Schweiz gegen die Türkei war vor allem auf Nati-Ebene in der jüngeren Vergangenheit brisant. Zwar hat die Schweiz eine negative Bilanz (5 Siege und 3 Remis in 16 Spielen).

    Doch das WM-Playoff 2005 sorgte weltweit für Schlagzeilen: Nach einem 2:0 in Bern reichte der Nati in Istanbul eine 2:4-Niederlage zur Quali für die WM 2006.

    Schweizer Nati
    Die Schweizer Nati flüchtet 2005 in die Kabine, Beni Huggel tritt einen türkischen Spieler und wird dafür gesperrt. - keystone

    Die Ausschreitungen nach dem Spiel blieben lange als «Schande von Istanbul» in Erinnerung: Schon auf dem Platz kommt es zu Rudelbildungen, die Spieler rennen fluchtartig in die Katakomben. Schon auf dem Weg dahin kommt es zu Handgreiflichkeiten.

    Beni Huggel wird für einen Tritt gar gesperrt. Er rächte Teamkollege Stephane Grichting, der nach einem Tritt in den Unterleib ins Spital muss.

    2008 setzt es an der Heim-EM eine bittere 1:2-Niederlage gegen die Türkei. Für diese revanchierte man sich erst an der EM 2020 wieder: Im Gruppenspiel setzt sich das Petkovic-Team mit 3:1 durch.

    Kommentare

    User #2573 (nicht angemeldet)

    Diese Doppelbelastungen der anderen Teams macht mir als FCZ Fan Freude. Ich denke der Titel kommt dieses Jahr nur über Zürich und wir werden nächstes Jahr Champions League spielen wie es sich für eine Weltstadt gehört.

    User #2042 (nicht angemeldet)

    Ich denke das schmeichelhafteste Resultat für YB wär, wenn sie Forfait geben würden!

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