Langjährige Haftstrafen im Maradona-Prozess gefordert
Im Prozess um den Tod von Fussball-Legende Diego Maradona hat die Staatsanwaltschaft zum Teil langjährige Haftstrafen für die Angeklagten gefordert. Sie wirft Maradonas betroffenen Ärzten und Pflegern erhebliche Versäumnisse und Fehler vor

Die war im Livestream der Verhandlung in San Isidro nördlich von Buenos Aires zu entnehmen. Die Anklagen lauten auf Totschlag beziehungsweise fahrlässige Tötung.
Die längsten Freiheitsentzüge beantragte die Staatsanwaltschaft für Maradonas Leibarzt Leopoldo Luque (12 Jahre) und Nancy Forlini (10), die medizinische Koordinatorin der Krankenkasse. Haftstrafen forderten die Ankläger auch für Maradonas Psychiaterin Agustina Cosachov (8), den Psychologen Carlos Díaz (5) sowie den Pfleger Ricardo Almirón (4) und dessen Vorgesetzten Mariano Perroni (4).
Wie Staatsanwalt Patricio Ferrari ausführte, sei der Tod Maradonas vermeidbar gewesen. Die medizinische Versorgung müsse als unzureichend angesehen werden. «Maradona war kein gesunder Patient, der überraschend verstorben ist, sondern ein Patient mit äusserst komplexen medizinischen Problemen.»
«Eine tickende Zeitbombe»
Der Weltmeister von 1986 war am 25. November 2020 in einer privaten Wohnanlage im Alter von 60 Jahren an einem Herzinfarkt gestorben. Wenige Wochen zuvor hatte er sich einer Gehirnoperation unterzogen. Anschliessend sei Maradona medizinisch gesehen «eine tickende Zeitbombe» gewesen, so der Staatsanwalt. Gleichwohl hätten die medizinisch Verantwortlichen den Patienten vernachlässigt.
«Sie haben ihre Pflichten verletzt, Massnahmen ergriffen, die der Heilkunst zuwiderlaufen, alle erforderlichen Handlungen unterlassen und Maradona in eine Situation der Hilflosigkeit gebracht», argumentierte der Staatsanwalt. Die Behandlung sei von einer «chaotischen Organisation» gekennzeichnet gewesen, kritisierte Ferrari.
Die Angeklagten haben die Vorwürfe bestritten. In den kommenden zwei Wochen sollen die Plädoyers der Nebenkläger sowie der Verteidigung erfolgen.










