Neuer Hockey-Boss Marc Lüthi: «Habe mehr Nein-Stimmen erwartet»
Marc Lüthi (65) ist seit Donnerstag neuer Präsident des Schweizer Eishockeyverbandes. Heute hat er sich erstmals nach seiner Wahl geäussert.

Das Wichtigste in Kürze
- Marc Lüthi ist der neue Präsident des Eishockey-Verbandes.
- Am Freitag hat er in Fribourg seine Ideen präsentiert.
Seit Donnerstag ist es amtlich: Marc Lüthi ist neuer Präsident des Schweizer Eishockeyverbandes. Der langjährige SCB-Boss wird an der ausserordentlich GV gewählt – einen Gegenkandidaten gab es nicht.
Der 65-Jährige folgt auf Urs Kessler, der nach der Heim-WM den Rücktritt verkündete. Der «Fall Fischer» hatte den SIHV zu diesem Zeitpunkt ordentlich durchgeschüttelt.

Heute Freitag hat Marc Lüthi in Fribourg eine erste Pressekonferenz abgehalten. Nur sechs von 48 Stimmen seien bei der Wahl gegen ihn gewesen: «Ich habe viel mehr erwartet», schmunzelt der 65-Jährige.
Zudem erklärt Lüthi unter anderem, warum er sich in den nächsten 100 Tagen nicht mehr öffentlich äussern wird. Und wie er sich den Eishockeyverband künftig vorstellt.
Marc Lüthi über…
… den Zeithorizont als Präsident
«Ich habe mir in meiner vorherigen Tätigkeit abgewöhnt, Zeithorizonte zu setzen. Dort bin ich ja 37 Mal zurückgetreten oder habe Ankündigungen gemacht. Das lasse ich bleiben. Was ganz sicher ist: Ich habe nicht vor, nach einem Jahr zurückzutreten.»
… den Entscheid, neuer SIHF-Präsident zu werden
«Das war nicht geplant. Urs Kessler hat entschieden, dass er seine vier Jahre nicht macht. Ich war mit ihm auf Ibiza, dann sind die Telefone losgegangen und dann hab ich es mir überlegt. Ich dachte, dass es eine Chance sein wird, dann habe ich mich entschieden, es zu machen.»
… seine Vorstellungen beim SIHF
«Meine Vision für den Verband ist rank und schlank. Ich werde aber nicht gleich mit Entlassungen beginnen. Zuerst werde ich mir ein Bild über das Gesamte verschaffen. Dabei gehören die ersten 100 Tage mir, in dieser Zeit werde ich mich nicht öffentlich äussern.»

… die Punkte, die er anschauen will
«Ich werde mir erlauben ganz viele Dinge anzuschauen, es gibt ganz viele Baustellen. Wir werden sehr viel transparenter werden müssen.» Und Lüthi betont: «Die Zusammenarbeit mit der National League wird sich sicher verbessern.»
… seine Rolle als «Hoffnungsträger»
«Ich überlege mir gar nicht, ob ich ein Hoffnungsträger bin oder nicht. Ich komme aus dem Club-Hockey und verstehe den Verband bis zu einem Stück weit. Ich muss gar nicht alles wissen über den gesamten Verband, sondern alles richtig zusammenfügen. Ich weiss, was die Liga will und wie sie tickt.»
… sein SCB-Herz
«Ich werde mir sicher einige Spiele anschauen und mein Herz nie verleugnen können. Mich interessiert nicht mehr, was der SCB kommerziell macht. Mich interessiert, wie sich der SCB auf dem Eis schlägt. Ich werde mir aber auch Spiele der Swiss League, der Nati, der Frauen und der Amateure anschauen.»







