Aarau

Stadtmuseum Aarau: Das erwartet dich in der neuen Sport-Ausstellung

Olivier Diethelm
Olivier Diethelm

Aarau,

Ab dem 22. August dreht sich im Stadtmuseum Aarau vieles um den Sport. Kuratorin Mirjam Brunner spricht im Interview über die neue Ausstellung.

Sport Aarau
Die neue Ausstellung im Stadtmuseum Aarau beleuchtet die Sportwelt aus verschiedenen gesellschaftlichen Blickwinkeln. - Roland Bill

Das Wichtigste in Kürze

  • «Sport – was uns bewegt», heisst die neue Ausstellung im Stadtmuseum Aarau.
  • Kuratorin Mirjam Brunner erklärt im Interview, worauf sich Besuchende freuen dürfen.
  • Das Projekt läuft vom 22. August 2026 bis 7. März 2027.

Am Samstag, 22. August, startet im Stadtmuseum Aarau die neue Ausstellung «Sport – was uns bewegt», welche die Sportwelt aus verschiedenen gesellschaftlichen Blickwinkeln beleuchtet. Kuratorin Mirjam Brunner verrät, was hinter der neuen Ausstellung steckt und was die Besucher/innen alles erwartet.

Wirst du die neue Ausstellung im Stadtmuseum Aarau besuchen?

Redaktion: Frau Brunner, wie ist die Idee zur Ausstellung «Sport – was uns bewegt» entstanden, und was war Ihr Ausgangspunkt bei der Konzeption?

Mirjam Brunner: Am Anfang standen für uns die grossen Emotionen, die der Sport auslöst und die unvergesslichen Bilder, die diese Momente festhalten: Jubelnde Massen an einem Fussballspiel, Glanzmomente des Schweizer Skisports, aber auch Marco Odermatt, der enttäuscht Zweiter wird oder Mujinga Kambundji, wie sie in der Sprint-Staffel den Stab verliert. Diesen historischen und aktuellen Geschichten sind wir nachgegangen, unter anderem auch im Ringier Bildarchiv.

Das historische Pressebildarchiv, welches das Stadtmuseum Aarau in einer Kooperation mit dem Staatsarchiv Aargau pflegt und vermittelt, enthält grosse Schätze der Sportfotografie und war ein super Ausgangspunkt, um zu zeigen, dass Sport damals wie heute mehr als nur unsere Körper bewegt.

marco Odermatt
Emotionen pur: Ski-Star Marco Odermatt ist Teil der Ausstellung in Aarau. - keystone

Redaktion: Was bedeutet der Ausstellungstitel «Sport – was uns bewegt» für Sie persönlich?

Brunner: Mir gefällt, dass der Titel zwei Bedeutungen hat: Sport bewegt uns auch emotional. Wir schalten ab beim Joggen, wir feiern zusammen unseren Fussballclub, wir schliessen lebenslange Freundschaften im Sportverein. Oder regen uns über den neuesten Sportskandal auf. Sport löst in uns allen etwas aus und dort möchten wir die Besucher/innen abholen.

Redaktion: Nach welchen Kriterien haben Sie die Themen, Objekte und Geschichten für die Ausstellung ausgewählt? Gab es besondere Entdeckungen während der Recherche?

Brunner: Die Vielseitigkeit des Sports steht im Zentrum der Ausstellung. Das Publikum erwartet persönliche Geschichten, packende Bilder und überraschende Objekte zu den Themen Podestjagd, Körperkult, Teamgeist und Schaulust. Einerseits zeigen wir Kult-Objekte wie das legendäre Käsedress von Vreni Schneider oder den Ovo-Helm von Didier Cuche.

Andererseits haben wir bekannte Athlet/innen gefragt, welche Auszeichnungen ihnen persönlich viel bedeuten und da wurden eben nicht nur Goldmedaillen genannt: Zum Beispiel einen Pokal aus der Jugend von Lia Wälti, der erste Olivenkranz von Marcel Hug an den Paralympics oder ein vierter Platz, mit dem Dominique Gisin äusserst zufrieden war.

Vreni Schnedier
Vreni Schneider im legendären Käse-Dress im Jahr 1994. - keystone

Redaktion: Welche Rolle spielt der Sport für Aarau und die Region, und wie spiegelt sich diese lokale Perspektive in der Ausstellung wider?

Brunner: Sportler/innen und Vereine aus der Region sind breit vertreten: So veranstalten über zehn Vereine ein grosses Eröffnungsfest am 22. August. Es gibt Aktivitäten zum Mitmachen, Shows und eine Autogrammstunde. In der Ausstellung erzählen Ausnahmetalente wie Para-Schwimmerin Nora Meister aus Lenzburg, Ultraradfahrer Robin Gemperle und die Leichtathletin Valentina Rosamilia aus Aarau von ihren Karrierewegen und Erlebnissen im Spitzensport.

Weiter gibt es zahlreiche Objekte und Geschichten von Vereinen aus der Region in der Ausstellung zu entdecken. So kommen auch Menschen zu Wort, die Sport durch ihr Engagement erst ermöglichen.

Redaktion: An wen richtet sich die Ausstellung? Was können sowohl sportbegeisterte Menschen als auch Besucher/innen ohne grossen Sportbezug daraus mitnehmen?

Brunner: So vielfältig wie der Sport ist, ist auch unsere Ausstellung: Wir laden alle Bewegungsmuffel, Mitmachmotiverte und Schaulustige ans Eröffnungsfest am 22. August ein. Und das passt auch zur Ausstellung: In den öffentlichen Führungen zeigen wir, wie stark Sport und Gesellschaft sich gegenseitig beeinflussen. Zum Thema Schaulust werfen wir zudem ein Schlaglicht auf den Sportjournalismus: Dieser hat mit der Übertragung von «Live-Momenten» die Medienberichterstattung insgesamt weiterentwickelt. Besonders interessant sind die persönlichen Einblicke von SRF-Moderatorin Annette Fetscherin.

Daneben finden während der ganzen Ausstellungsdauer immer wieder sportliche Aktivitäten, kleinere Ausstellungen und Shows von Vereinen aus der Region statt. Für Kinder führt eine Extra-Spur durch die Ausstellung. Die Ausstellung eignet sich also auch für Personen, die selber keinen Sport machen oder verfolgen.

Bill
Kuratorin Mirjam Brunner gefällt, dass der Titel «Sport – was uns bewegt» zwei Bedeutungen hat: Sport bewegt uns auch emotional. - Roland Bill

Redaktion: Wenn Besucher/innen das Museum nach dem Rundgang verlassen – was sollen sie idealerweise über Sport oder über sich selbst neu sehen oder verstehen?

Brunner: Seit ich an der Ausstellung arbeite, nehme ich meine eigenen sportlichen Aktivitäten anders wahr: Ich schätze es zum Beispiel mehr, dass ich mit einer Freundin wandern gehen kann. Manchmal hilft es mir auch, mich zu motivieren, weil ich aufmerksamer wahrnehme, dass ich in Bewegung gut abschalten kann.

Wenn es gelingt, dass Besuchende mit neuen Perspektiven auf die Bedeutung von Sport in ihrem Leben, Inspiration für neue Bewegungen im Alltag oder einfach mit einer neuen Erkenntnis über ihren inneren Schweinehund nach Hause gehen, freuen wir uns sehr.

«Sport – was uns bewegt»

Ausstellung 22. August 2026 bis 7. März 2027 im Stadtmuseum Aarau.
Grosses Eröffnungsfest am Samstag, 22. August, ab 10 Uhr, mit Aktivitäten und Shows von lokalen Vereinen.
Detailliertes Programm: www.stadtmuseum.ch

Dieses Interview ist zuerst in den «Aarauer Nachrichten» erschienen.

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