Italienische Turnerin: Mussten bei Fehler Kleidungsstück ausziehen

    Christoph Böhlen
    Christoph Böhlen, DPA

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    In Italien wird die langjährige Nationaltrainerin der Rhythmischen Sportgymnastik entlassen. Jetzt gibt es Vorwürfe gegen eine weitere Trainerin.

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    Rund um den Eklat bei Italiens Turnerinnen kommen neue Vorwürfe zutage. - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • In Italien wird zu Missbrauchsvorwürfen in der Rhythmischen Sportgymnastik ermittelt.
    • Eine Trainerin wurde bereits entlassen, jetzt tauchen neue Vorwürfe auf.
    • Unter den Opfern soll auch Olympia-Medaillengewinnerin Sofia Raffaeli sein.

    In Italiens Turnsport zieht ein Skandal um Missbrauchsvorwürfe weite Kreise. Erst wurde Emanuela Maccarani entlassen. Sie war langjährige Nationaltrainerin in der Rhythmischen Sportgymnastik.

    Jetzt gibt es auch schwere Vorwürfe gegen die ehemalige Juniorinnen-Nationaltrainerin Sofia Cantaluppi. Diese arbeitet inzwischen für den israelischen Verband.

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    Was mussten Italiens Turnerinnen alles über sich ergehen lassen? - keystone

    Wie unter anderem die «Gazzetta dello Sport» schreibt, wurden die Turnerinnen bei Fehlern gezwungen, sich nahezu völlig auszuziehen und niederzuknien. Das Blatt stützt sich dabei auf Abhör- und Vernehmungsprotokolle aus den Ermittlungen gegen Emanuela Maccarani.

    Eines der berühmtesten Opfer soll Sofia Raffaeli gewesen sein. Die 21-Jährige holte bei den Olympischen Spielen in Paris Bronze.

    Die ersten Vorwürfe gegen Maccarani kamen bereits vor drei Jahren an die Öffentlichkeit. Inzwischen ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen die heute 58-Jährige wegen Misshandlung und psychischer Demütigungen.

    Sofia Raffaeli
    Sofia Raffaeli (rechts) holt Bronze bei Olympia 2024. - keystone

    «Und am Ende standen sie in Unterwäsche da»

    In den Abhörprotokollen findet sich nun auch der Mitschnitt eines Telefonats einer anderen Trainerin, Maccaranis Stellvertreterin Olga Tishina.

    Demnach sagte Tishina im November 2022 zu einer anderen Trainerin über Cantaluppi: «Bei ihr ist alles viel schlimmer. Bei ihr gibt es Misshandlungen. Sie hat Raffaeli und Serena Ottaviani den Reifen werfen lassen. Und jedes Mal, wenn sie den Wurf nicht schafften, mussten sie ein Kleidungsstück ausziehen. Und am Ende standen sie in Unterwäsche da.»

    Sofia Raffaeli
    Sofia Raffaeli soll ebenfalls Leidtragende gewesen sein. - keystone

    Zudem seien die Sportlerinnen in einen kleinen, kalten Raum gesperrt worden, wenn sie schlecht trainierten.

    Noch keine Ermittlungen gegen Cantaluppi

    Die beiden genannten Athletinnen waren damals noch minderjährig. Von der früheren Juniorinnen-Trainerin gab es zunächst keine Stellungnahme zu den Vorwürfen. Gegen Cantaluppi wird bislang auch nicht ermittelt.

    Frühere Ermittlungen gegen Tishina wurde eingestellt. Dem Bericht der «Gazzetta dello Sport» zufolge sollen sich zudem Verbandsfunktionäre in Telefonaten mehrfach abfällig über Turnerinnen geäussert haben, teils auch mit sexuellem Unterton.

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