Der frühere Nationaltrainer Arrigo Sacchi hat von Italiens Fussball-Nationalmannschaft im EM-Viertelfinale gegen Belgien eine Rückkehr zu ihren eigentlichen Stärken gefordert.
Verlor 1994 mit Italien das WM-Finale gegen Brasilien: Arrigo Sacchi. Foto: dpa
Verlor 1994 mit Italien das WM-Finale gegen Brasilien: Arrigo Sacchi. Foto: dpa - dpa-infocom GmbH

Das Wichtigste in Kürze

  • In der Runde der besten Acht gegen Belgien am Freitag (21.00 Uhr) in München müsse Italien wieder als Team auftreten, forderte Sacchi, der die Nationalelf von 1991 bis 1996 betreut hatte.

«Die Mannschaft hat Charakter gezeigt, aber jetzt muss sie wieder dieses glanzvolle Kollektiv werden», schrieb der 75-Jährige in einem Gastbeitrag für die «Gazzetta dello Sport» mit Blick auf das knappe 2:1 nach Verlängerung im Achtelfinale gegen Österreich.

In der Runde der besten Acht gegen Belgien am Freitag (21.00 Uhr) in München müsse Italien wieder als Team auftreten, forderte Sacchi, der die Nationalelf von 1991 bis 1996 betreut hatte. Alle elf Spieler müssten sich «im Einklang nach vorne und nach hinten bewegen, zusammengehalten durch einen unsichtbaren Faden, der das Spiel ist», schrieb der Coach. Dies sei gegen Österreich nach der Pause völlig verloren gegangen: «Die zweite Halbzeit war eine Hölle.»

Nationaltrainer Roberto Mancini traut Sacchi, der 1994 mit Italien das WM-Finale gegen Brasilien verloren hatte, die Rückkehr zum dominanten Spiel der Vorrunde zu. «Roberto ist ein grossartiger Trainer und er weiss, was warum nicht funktioniert hat», urteilte Sacchi. Mancinis Wechsel seien gegen Österreich der Schlüssel zum Sieg gewesen: «Eine entscheidende Wahl, die es uns erlaubt hat, zu gewinnen und gleichzeitig Erfahrung und Vertrauen zu gewinnen.»

Capello: «Italien kann sehr weit kommen»

Indes war das knappe Weiterkommen nach Ansicht von Ex-Trainer Fabio Capello eine Warnung zur richtigen Zeit. «Italien kann sehr weit kommen, weil es eine schwierige Prüfung gegen Österreich bestanden hat. Vor allem haben die Jungs verstanden, dass die kommenden Herausforderungen kompliziert werden», sagte der 75 Jahre alte frühere Coach von Juventus Turin und AC Mailand.

«Ich habe eine Mannschaft in Schwierigkeiten gesehen. Es war nicht die Mannschaft der anderen Auftritte, die unterhaltsam, agil und schnell ist», urteilte Capello, der auch als Nationaltrainer in Russland und England gearbeitet hat. «Dieses Spiel hat uns gezeigt, wie schwierig diese EM wird und wir kompliziert es werden wird, bis zum Schluss dabei zu sein.»

Diese Lektion sieht Capello jedoch als durchaus hilfreich an. «Wir sind ein Stück weit aufgewacht aus diesem wunderschönen Traum, in dem alles einfach erschien. Wir haben eine Mannschaft gesehen, die es versteht, zu leiden und das kann uns in den kommenden Partien helfen», sagte der ehemalige italienische Nationalspieler, der Mancini für die Partie gegen Österreich lobte: «Er hat das Spiel gut gelesen, er hat auf die richtigen Wechsel gesetzt.»

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