Porno-Produzent: «Voyeure gibt's schon lange, Mikrokameras nicht»

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    Zürich,

    In einer Zürcher Toilette filmte eine Kamera WC-Gängerinnen. Dieser Fall ist glimpflich ausgegangen. Denn im «Worst Case» landen die Aufnahmen im Netz.

    Voyeur Zürich Internet
    Der Schock an der Zürcher Maturitätsschule sitzt tief. - Pixabay

    Das Wichtigste in Kürze

    • In der Maturitätsschule im Zürcher Seefeld fand man auf der Damentoilette eine Kamera.
    • Die Ermittlungen zur Täterschaft und die Auswertung der Aufnahmen laufen.
    • Porno-Produzent Lars Rutschmann warnt vor der Gefahr «Internet».

    Am Donnerstag kam es in der Kantonalen Maturitätsschule im Zürcher Seefeld zur Schreck-Szene. Eine Schülerin entdeckte auf der Damentoilette eine versteckte Kamera.

    kantonale maturitätsschule für erwachsene
    Hier wurde die Kamera von einer Schülerin gefunden. - Screenshot TeleZüri

    Die Polizei wurde umgehend informiert, Untersuchungen laufen. Der Übeltäter konnte bisher noch nicht ermittelt werden. Ebenfalls unklar ist, wie lange sich die Kamera auf der Toilette befand und wie viele Schülerinnen betroffen sind. Die Lehrerschaft wie die Schüler sind schockiert über den Vorfall.

    Aufnahmen landen oft auf Porno-Seiten

    Nicht das erste Mal sorgt in der Schweiz ein Voyeur mit heimlichen Aufnahmen für Schlagzeilen. Bereits im letzten Jahr wurden Frauen in der Dusche und Umkleidekabine eines Thermalbades gefilmt. Das Problem: Das Material landete im Internet.

    Kamera Voyeur Zürich
    Viele wissen nicht einmal, dass sie heimlich aufgenommen wurden. - Keystone

    Diese hätte auch beim Voyeur vom Zürcher Seefeld passieren können. Lars Rutschmann ist Porno-Produzent und Betreiber einer Schweizer Porno-Seite.

    Sogenannte Tube-Sites seien das Problem: «Auf Websites wie ‹Youporn› oder ‹Pornhub› kann X-beliebiges Videomaterial von jedem und jeder hochgeladen werden. Die Betreiber haben da nur schlecht die Kontrolle über die gesamte Mediathek.»

    Anonym Voyeur Internet
    Was im Internet landet, kommt nur schwer wieder runter. - Pixabay

    Rutschmann weiss, wovon er redet: «Ich selbst musste schon mehrfach meinen Anwalt einschalten, weil eigens von mir produzierte Videos auf anderen Plattformen publiziert wurden. In diesem Fall hilft es, mit Druck gegen die Betreiber vorzugehen und allenfalls mit rechtlichen Schritten zu drohen.»

    Was im Internet landet, bleibt dort

    Dies empfiehlt er auch Betroffenen von unwissenden Aufnahmen. Und: «Unbedingt zur Polizei gehen!» Video- und Fotomaterial komplett aus dem Internet zu löschen, sei allerdings realistisch gesehen ein Ding der Unmöglichkeit.

    Lars Rutschmann Pornos
    Lars Rutschmann ist Produzent in der Porno-Branche und ursprünglich aus Winterthur. - z.V.g.

    Voyeurismus ist laut dem Produzenten kein aktueller oder gar neuer Trend: «Leute mit diesem Interesse gab es schon vor zwanzig Jahren. Nur gab es da noch keine Mikrogeräte, sondern grosse Filmkameras. Heute kann man die meisten ja sogar mit einer App steuern.»

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