Unternehmen lassen sich gegen Shitstorms versichern

    Michael Bolzli
    Michael Bolzli

    Deutschland,

    In den USA ist sie schon etabliert, in Deutschland kommt sie nun auch: Die Shitstorm-Versicherung für Unternehmen. In der Schweiz sieht es anders aus.

    Bei einem Shitstorm kann man sich mittlerweile von Versicherungen helfen lassen.
    Bei einem Shitstorm kann man sich mittlerweile von Versicherungen helfen lassen. - Keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • In Deutschland und den USA können sich Unternehmen gegen Shitstorms versichern lassen.
    • In der Schweiz scheint so eine Versicherung kaum ein Thema zu sein.

    Ein falsches Wort, schon tobt das Netz. Shitstorm heisst das Phänomen, das mittlerweile auf der ganzen Welt auftritt. Egal ob Politiker, Privatperson und Unternehmen. Es kann jeden treffen.

    Letztere können sich dagegen versichern lassen. In den USA geht das schon länger, mittlerweile ziehen die Versicherer in Europa nach. Die deutsche Munich Re hat das Geschäft mit dem «Reputationsschutz» entdeckt, die Allianz ebenso.

    Die Policen decken Umsatzverluste, die Firmen bei rufschädigenden Krisen erleiden. Auch dabei: Beratung für das Krisenmanagement. «Wir wollen unsere Kunden vor, während und nach der Krise unterstützen», sagt Martin Zschech von der Allianz-Gesellschaft AGCS der «DPA».

    Firmen verängstigt

    Die Angst vor Reputationsschäden ist zumindest in Deutschland ein Thema. Gemäss einer Umfrage der Allianz sorgte sich vor fünf Jahren nur jedes zehnte Unternehmen um Image-Schäden. Bei der neuesten Umfrage 2018 war es bereits jedes achte.

    Und wie sieht es bei uns aus? Eine Umfrage von Nau unter Schweizer Versicherern zeigt: Noch ist der Trend zur «Shitstorm-Versicherung» nicht angekommen. Doch: «Wir werden die Markteinführung in der Schweiz und anderen europäischen Märkten im Laufe des Jahres prüfen», sagt Allianz-Suisse-Sprecher Brend de Wall. Die übrigen Versicherungen bieten kein vergleichbares Produkt an.

    Offenbar ist das Thema hierzulande weniger gewichtig. Zurich-Sprecher Kay Schubert erklärt: «Als führender Versicherer für Grosskunden bieten wir massgeschneiderte Produkte an, wie etwa die Deckung von Reputationsschäden.» Zurzeit stelle Zurich Schweiz aber keine grosse Nachfrage nach Reputationsschaden-Versicherungen fest.

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