Zweisprachige Klassen sollen überall im Kanton Bern möglich sein

Keystone-SDA Regional
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Bern,

Zweisprachige Schulklassen sollen überall im Kanton Bern möglich sein und nicht mehr von der Initiative oder den Mitteln der Gemeinden abhängen. Der Grosse Rat hat am Dienstag einen entsprechenden Vorstoss klar mit 76 zu 49 Stimmen bei einer Enthaltung überwiesen.

Wenn eine Gemeinde dies wünscht, sollen zweisprachige Schulklassen in der Volksschule möglich sein. (Symbolbild)
Wenn eine Gemeinde dies wünscht, sollen zweisprachige Schulklassen in der Volksschule möglich sein. (Symbolbild) - KEYSTONE/GAETAN BALLY

Die von Grossratsmitgliedern aus sechs Parteien getragene Motion fordert vom Regierungsrat, dass er alle gesetzgeberischen und finanziellen Notwendigkeiten angeht, damit zweisprachige Schulklassen – sofern eine Gemeinde dies möchte – zum Basisangebot der Volksschule gehören.

Hintergrund des Vorstosses ist eine hitzige Debatte um zweisprachige Klassen in der Stadt Bern. Im Mai 2025 hatte die Stadt Bern angekündigt, ihr seit 2019 laufendes pädagogisches Projekt der Classes Bilingues (Clabi) nicht weiterzuführen. Die Stadtbehörden begründeten den Entscheid mit finanziellen und organisatorischen Gründen.

Der Regierungsrat betonte, dass er seit 2020 finanzielle Mittel zur Förderung der Zweisprachigkeit bereitstelle. Mit den zusätzlichen Bundeshilfen hätten zahlreiche Bildungsprojekte unterstützt werden können. Im Bildungsbereich sei ein vielfältiges Angebot für Förderung der Zweisprachigkeit aufgebaut worden.

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Um die Kernforderung des Vorstosses umzusetzen, bräuchte es eine Änderung der Rechtsgrundlagen. Bildungsdirektorin Christine Häsler (Grüne) verwies darauf, dass 2024 die Erarbeitung eines kantonalen Sprachen- und Zweisprachigkeitsgesetzes angeregt worden sei. Der Regierungsrat mache sich in diesem Rahmen Überlegungen zu zweisprachigen Klassen.

Namentlich im bürgerlichen Lager gab es gegenüber der Forderung eine gewisse Skepsis. Es gebe bereits genügend Instrumente, um die Forderung nach zweisprachigen Klassen einzurichten. Zudem lasse der Vorstoss so, wie er formuliert sei, keinen Spielraum in der Umsetzung.

Die Befürworter führten den Nutzen zweisprachiger Bildungsgänge ins Feld. Bern als Brückenkanton tue gut daran, die Zweisprachigkeit auf diese Weise zu fördern. Wenn Gemeinden nun mit einer neuen Regelung solche Klassen einfach einrichten könnten, wäre dies ein Gewinn.

Der Regierungsrat hätte die Forderung gerne lediglich als Prüfungsauftrag entgegengenommen, doch das Parlament blieb hart und überwies den Vorstoss in der verbindlichen Form einer Motion.

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Kommentare

User #3051 (nicht angemeldet)

Das Foto ist wieder mal typusch Zürinau

User #2435 (nicht angemeldet)

In Bern ist alles möglich! Wenn man bei der Stadt "arbeitet" wird man mit 59 pensioniert, bei vollem Gehalt.

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