Stadt Zürich

Zürich plant ein Stadtfest mit zehn Kilometern Festmeile

Keystone-SDA Regional
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Zürich,

Die Stadt Zürich plant ein neues Stadtfest: Statt Gedränge wie beim Züri Fäscht soll es dezentrale Festplätze ohne Dichtestress geben. Gefeiert wird auf einer Festmeile von zehn Kilometern entlang von Limmat und Sihl. Nachfolgend die wichtigsten Punkte.

Das neue Stadtfest ist Chefsache: Stadtpräsident Raphael Golta kündigte am Dienstag an, wie das Volksfest neu ausgerichtet wird. (Archivbild)
Das neue Stadtfest ist Chefsache: Stadtpräsident Raphael Golta kündigte am Dienstag an, wie das Volksfest neu ausgerichtet wird. (Archivbild) - KEYSTONE/GAETAN BALLY

Weshalb braucht es ein neues Stadtfest?

«Wir sind überzeugt, dass die Stadt Zürich ein Fest braucht», sagte Stadtpräsident Raphael Golta (SP) am Dienstag vor den Medien. «Aber es braucht ein neues Konzept.» Das alte Züri Fäscht, letztmals 2023 durchgeführt, wurde schlicht zu gross. Bei der letzten Austragung drängten sich knapp 2,5 Millionen Besucherinnen und Besucher dem Seebecken entlang und dicht an dicht durch die Innenstadt – für viele kein schönes Erlebnis mehr, sondern Dichtestress pur.

Was soll beim neuen Stadtfest anders werden?

Das neue Fest soll nicht die Innenstadt und das Seebecken als Austragungsort haben, sondern die Limmat und die Sihl. Entlang der beiden Flüsse sollen sich die Festplätze auf einer Länge von zehn Kilometern aufreihen – wie eine Perlenkette, verbunden mit blau-weissen Lampions. So werden 15 Quartiere direkt ans Fest angebunden und die Innenstadt mit dem Seebecken entlastet. Der Stadtpräsident ist begeistert von der Idee. «Ein neuer Ansatz, der Potenzial hat.»

Von wem stammt die Idee?

Das Konzept mit der Festmeile entlang der Flüsse stammt von Lukas Meier und seiner Kreativ-Agentur Aroma. Meier ist sonst als Böögg-Bauer des Sechseläutens bekannt. Für ihn ist klar: «Man kann kein Seenachtsfest mehr machen wie vor fünfzig Jahren.» Es brauche einen mutigen, neuen Ansatz.

Wer organisiert das neue Stadtfest?

Die alten Organisatoren des Züri Fäschts werden auch die neuen Organisatoren des Stadtfestes: Der Stadtrat beauftragte einmal mehr den Verein Zürcher Volksfeste (VZV). Ironie der Geschichte: Präsident ist ausgerechnet der ehemalige FDP-Gemeinderat Albert Leiser, der 2023 noch angekündigt hatte, ohne Feuerwerk über dem See mache er bei keinem Fest mehr mit. Angesichts des neuen Fluss-Konzepts macht er nun aber eine Ausnahme. «Ich bin begeistert, da muss man dabei sein.» Er freue sich, das Know How aus Jahren der Züri-Fäscht-Organisation einzubringen und das Konzept mit dem VZV auszuarbeiten. Er sei mit dem Velo bereits die Festmeile abgefahren.

Wird es eine Chilbi geben?

Ja, es soll auch beim neuen Stadtfest Chilbibahnen geben. Wo genau, ist allerdings noch offen. Klar ist erst, dass die Festmeile von Höngg bis nach Leimbach gehen und für alle etwas bieten soll, für Jung und Alt und jene, die Musik laut und weniger laut mögen.

Wann findet das erste Stadtfest statt?

Die erste Durchführung des dreitägigen Fests ist für Sommer 2029 geplant, idealerweise am Wochenende vor den Sommerferien. Danach soll das Fest – wie auch schon das Züri Fäscht – im Abstand von drei Jahren stattfinden. Der Name ist noch nicht klar. Vielleicht heisst es Stadtfest, möglicherweise kommt aber noch eine bessere Idee.

Wie viel wird das Fest kosten?

Stadtpräsident Golta schätzt die Gesamtkosten auf 8,5 bis 10,5 Millionen Franken, also im ähnlichen Rahmen wie das Züri Fäscht. Der Beitrag der Stadt dürfte aber schätzungsweise 5,1 bis 6,3 Millionen Franken betragen, tendenziell mehr als beim Züri Fäscht. Dies liege daran, dass die Sponsorensuche mittlerweile schwieriger geworden sei, so Golta. Das neue Fest sei zudem «weniger auf kommerzielle Angebote ausgerichtet».

Was sind die nächsten Schritte?

Der Verein Zürcher Volksfeste wird bis Mitte 2027 das Detailkonzept ausarbeiten, von der Programmgestaltung bis zum Recyclingkonzept. Dieses Detailkonzept geht dann an den Stadtrat, der das Ganze in eine Vorlage für den Gemeinderat packt. Anfang 2028 soll das Parlament das Geld bewilligen, so dass 2029 gefeiert werden kann.

Wird es wieder Feuerwerk und Patrouille Suisse geben?

«Das ist kein Thema», sagte Golta knapp. Sowohl Feuerwerk als auch Flugshows sind für die links regierte Stadt nicht mehr zeitgemäss.

Kommentare

User #4593 (nicht angemeldet)

10 KM - die lieben Züricher müssen immer wieder übertreiben - wollen die damit etwas kompensieren ?

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