Zug

    Zuger Kantonsrat will Kriminalstatistik um Nationalität ergänzen

    Der Zuger Kantonsrat hat ein Anliegen der SVP, die Polizeistatistik des Kantons mit Angaben zur Nationalität zu erweitern, mit 54 zu 18 Stimmen erheblich erklärt. Auch die Regierung unterstützte das Anliegen.

    Die Nennung der Nationalität im Zusammenhang mit Straftaten war im Zuger Kantonsrat am Donnerstag ein Thema. (Symbolbild)
    Die Nennung der Nationalität im Zusammenhang mit Straftaten war im Zuger Kantonsrat am Donnerstag ein Thema. (Symbolbild) - KEYSTONE/DPA/MARCUS BRANDT

    Die SVP-Fraktion verlangte eine Anpassung der Zuger Polizeistatistik. Künftig sollten bei schweren Delikten und Fällen von häuslicher Gewalt die Nationalität und der Aufenthaltsstatus der beschuldigten Person ausgewiesen werden. Die Vorstösser wollen mit der Änderung mehr Transparenz schaffen, wie ihr Sprecher Michael Riboni am Donnerstag sagte. Es gehe «nicht um die Stigmatisierung einzelner Bevölkerungsgruppen».

    Die Regierung erklärte sich bereit, die Polizeistatistik künftig zu erweitern und nach Nationalität sowie Aufenthaltsstatus aufzuschlüsseln. «Transparenz in diesem Bereich» sei ihr ein Anliegen, hiess es.

    Gleichzeitig wies die Sicherheitsdirektorin Laura Dittli (Mitte) auf rechtliche Grenzen hin. Der Datenschutz und die Unschuldsvermutung müssten gewahrt bleiben. Eine neue gesetzliche Grundlage sei für die Umsetzung nicht nötig. Deshalb beantragte die Regierung, die Motion in ein Postulat abzuschwächen. Die Vorstösser erklärten sich in der Debatte damit einverstanden.

    Rückhalt erhielt der Vorschlag von Mitte und FDP. Mit der Nennung der Nationalität könnten Vorurteile abgebaut oder aber erhärtet werden, sagte Roger Wiederkehr (Mitte). Es handle sich um ein kontrovers diskutiertes Thema, sagte Christophe Lanz (FDP). Deshalb brauche es eine sachliche Grundlage und Fakten. Ähnlich argumentierte Martin Zimmermann (GLP).

    Die Ratslinken lehnten das Ansinnen ab. Die Nennung der Nationalität verstärke Vorurteile und schüre Rassismus, sagte Julia Küng (ALG). Rupan Sivaganesan (SP) warnte vor Stigmatisierung. Zudem seien die statistischen Aussagen angesichts der kleinen Fallzahlen im Kanton nur bedingt aussagekräftig und von Zufälligkeiten geprägt.

    Mehr zum Thema:

    Kommentare

    User #2803 (nicht angemeldet)

    Endlich

    User #1785 (nicht angemeldet)

    Bravo Kanton Zug und hoffentlich ziehen alle Kantone mit 👍👍👍

    Weiterlesen

    Schweiz Kälte Schnee Polarluft
    152 Interaktionen
    Bis -10 Grad
    künstliche intelligenz
    7 Interaktionen
    Experten skeptisch

    MEHR AUS ZUG

    1 Interaktionen
    Kandidatur für 2038
    2 Interaktionen
    Zug
    Weihnachtserlebnisse
    Erstmals zusammen