Winterthur ZH: Die Ukraine-Fahne hängt nicht mehr – vorerst

    Winterthur ZH zeigte schon früh Solidarität mit der Ukraine und hisste die gelb-blaue Fahne. Jetzt wurde sie abgehängt.

    Stadthaus Winterthur
    Die Ukraine-Fahne hängt nicht mehr am Winterthurer Stadthaus – vorerst. - Sandro Portmann

    Die Bevölkerung vermisst die Winterthurer Flagge am Stadthaus Semper. Das zeigen viele Leserbriefe. Am eigenen Stadthaus müsse die Stadtflagge gehisst sein. Das gehöre sich einfach so. Seit vier Jahren aber wehen dort die Farben Blau und Gelb für die Ukraine.

    «Der Krieg in der Ukraine dauert aber immer noch an, darum bleiben wir hier solidarisch», sagte Stadtpräsident Michael Künzle vor zwei Jahren auf entsprechende Nachfrage im Stadtparlament.

    Zuletzt hängt am Stadthaus wieder die Winterthurer Fahne. Die Ukraine-Flagge wurde abgehängt. Markiert der Präsidentenwechsel in Winterthur auch das Ende der Solidarität mit dem vom Krieg gebeutelten Land.

    Stefan Fritschi Mike Künzli
    Stefan Fritschi (r.) wird vom abtretenden Stadtpräsident Michael Künzle beglückwünscht. - keystone

    Seit dem 1. Juni ist Stefan Fritschi (FDP) der neue Stadtvater. Auf Anfrage verneint die Stadt Winterthur. Die Ukraine-Fahne wurde anlässlich der Einbürgerungsfeier vom Dienstag, 2. Juni, mit der Winti-Fahne ausgetauscht.

    «Aus Gründen der Praktikabilität wurde entschieden, sie bis zur offiziellen Verabschiedungsfeier von Michael Künzle vom Mittwoch, 10. Juni, hängen zu lassen. Anschliessend wird am Stadthaus Semper wieder die Ukraine-Flagge gehisst», heisst es bei der Medienstelle auf Anfrage.

    Wechsel an besonderen Tagen

    Welche Fahne am Stadthaus hängt, entscheidet der Stadtrat. «Dieser hat verschiedentlich über die Angelegenheit diskutiert und in Anbetracht des andauernden Krieges und der unverminderten Brutalität entschieden, bis auf Weiteres am Hissen der ukrainischen Flagge festzuhalten», heisst es bei der Stadt weiter.

    Hast du zu Hause eine Schweizer Fahne?

    Zu besonderen Anlässen, wie bei der Einbürgerungsfeier oder am 1. August, werde die Winterthurer Fahne oder die Schweizer Flagge gehisst.

    Hinweis

    Dieser Artikel ist zuerst in der «Winterthurer Zeitung» erschienen.


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    Kommentare

    User #2954 (nicht angemeldet)

    Wenn jemand ein politisches Amt nutzt, um sich selbst oder nahestehende Personen ideologisch oder materiell zu bevorzugen, z.B. auf den Sozialamt oder selbst wenn es nur um die auswahl der flagge geht, kann das mehrere Straftatbestände erfüllen: 1. Vorteilsannahme / Bestechlichkeit (§§ 331 ff. StGB) – wenn jemand für die Amtsausübung einen Vorteil fordert, annimmt oder sich versprechen lässt. 2. Untreue (§ 266 StGB) – wenn jemand seine Befugnisse bewusst gegen die Interessen des Auftraggebers (z. B. Staat, Kommune) einsetzt, um sich selbst einen Vorteil zu verschaffen. Aber ok, vielleicht arbeitet er ja gratis... 3. Verbot der Selbstbegünstigung im Beamtenrecht – Beamte und viele Mandatsträger dürfen ihre Position nicht für private oder parteipolitische Eigeninteressen nutzen. Das aussuchen einer fremden flagge, überschreitet die kompetenz der Stadtregierung.

    User #8022 (nicht angemeldet)

    hängt in Kiev eine CH GFshne?

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