Winterthur kann Kläranlage für 276 Millionen Franken ausbauen
Die Winterthurer Stimmberechtigten haben mit 92,2 Prozent Ja-Stimmen den Ausbau der Kläranlage Hard gutgeheissen. 38'517 waren dafür, nur 3222 dagegen.

Die Stimmbeteiligung betrug 58,8 Prozent.
Die Bauarbeiten für das 276-Millionen-Projekt werden rund zehn Jahre dauern, weil die Anlage nicht abgestellt werden kann und unter Betrieb ausgebaut werden muss.
Die Winterthurer Kläranlage gehört zu den rund hundert Anlagen in der Schweiz, die wegen ihrer Grösse vom Bund neu verpflichtet wurden, Mikroverunreinigungen wie Arzneimittel, Hormone und Kosmetika mit einer zusätzlichen Reinigungsstufe herauszufiltern.
Zusätzlich zu dieser neuen Reinigungsstufe mit Aktivkohle muss die Kläranlage künftig auch mehr Stickstoff eliminieren – so wollen es neue Vorschriften des Kantons. Statt 50 Prozent sind es neu 70 Prozent. Nötig sind auch neue Becken und eine bessere Notstromversorgung, damit die Kläranlage bei einem allfälligen Stromausfall weiterläuft.
Diese grossen Investitionen führen dazu, dass die Abwassergebühren für die angeschlossenen Gemeinden erhöht werden. Die Kläranlage Winterthur reinigt pro Jahr rund 20 Milliarden Liter Abwasser von mehr als 140’000 Menschen aus Winterthur und zwölf Gemeinden.
Im Zusammenhang mit dem Kläranlagen-Ausbau kommt es am 27. September noch zu einer zweiten Abstimmung: Landwirte ergriffen das Referendum, allerdings richtet sich dieses nicht direkt gegen den Ausbau, sondern gegen das Aufforstungs-Projekt, das damit zusammenhängt.
Das Stück Wald, das wegen der neuen Vorklärbecken und Sandfänge gefällt werden muss, will die Stadt auf Ackerland wieder aufforsten. Damit sind die Bauern nicht einverstanden.










