Unterschiedliche Meinungen zum neuen Stipendiensystem im Aargau
Der Kanton Aargau hat 2018 ein neues Stipendienwesen erhalten. Ziel war es, die Kosten zu senken. Das ist gelungen: Die ausbezahlten Stipendien sind um fast die Hälfte zurückgegangen, wie ein Bericht zeigt. Das kam im Grossen Rat nicht nur gut an.

Gar keine Freude hatten SP und Grüne: «Es dauert länger, bis junge Menschen ohne reiche Eltern ihren Weg in den Berufsalltag finden», sagte etwa der SP-Sprecher am Dienstag im Parlament und forderte, das Splittingmodell zu streichen.
Aktuell müssen Aargauer Studierende einen Drittel ihres Stipendiums von höchstens 16'000 Franken pro Jahr beim Kanton als Kredit aufnehmen. «Vielen jungen Menschen ist der Zugang zur Ausbildung erschwert», sagte zuvor die Grünen-Sprecherin.
Mässig viel Freude am Bericht hatten Mitte und GLP: «Wenn 65 Prozent der Betroffenen ein Instrument nicht nutzen, muss man sich die Frage stellen, ob das Instrument überhaupt den Bedürfnissen der Zielgruppe entspricht», hiess es beispielsweise von der Mitte.
Zufrieden mit dem Bericht zeigten sich FDP und SVP. «Das Stipendienwesen ermögliche allen, die wollen und fähig sind, einen Hochschulabschluss», sagte die FDP-Votantin. Am Schluss schrieb der Grosse Rat den Bericht ab.
Aargau bezahlt schweizweit am wenigsten Stipendien aus
Der Bericht, der die Folgen dieser Reform überprüft hatte, zeigt weiter: Die Zahl der Studierenden mit Stipendien im Aargau ist um ein Fünftel gesunken. Die Höhe der Stipendien ging auf rund 5,1 Millionen Franken pro Jahr zurück. 2017 unterstützte der Aargau 1201 Studierende mit einem durchschnittlichen Stipendium von 8900 Franken.
Der Kanton Aargau wies 2023 mit 5347 Franken schweizweit das tiefste Durchschnittsstipendium auf der Tertiärstufe aus. Der gesamtschweizerische Durchschnitt lag bei 9106 Franken.






