Hitze hält Kartoffeln klein – jetzt drohen kürzere Pommes

Simon Ulrich
Simon Ulrich

Bern,

Viele Pflanzen starben wegen der Dürre früh ab, die Knollen blieben klein. Das könnte die Pommes verkürzen – die Qualität soll darunter aber nicht leiden.

Pommes
Hitze und Trockenheit lassen viele Knollen kleiner bleiben. Für die Pommes-Länge könnte das Folgen haben. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Schweizer Kartoffelernte dürfte wegen Hitze und Trockenheit schwach ausfallen.
  • Viele Pflanzen starben früh ab, deshalb blieben zahlreiche Knollen kleiner.
  • Kleinere Kartoffeln könnten dieses Jahr zu kürzeren Pommes frites führen.

Die Hitze und Trockenheit der letzten Wochen und Monate haben den Schweizer Kartoffelfeldern stark zugesetzt.

Auch wenn noch keine genauen Zahlen vorliegen, macht man sich bei der Vereinigung Schweizerischer Kartoffelproduzenten keine Illusionen.

«Die diesjährige Kartoffelernte wird zweifelsohne unterdurchschnittlich», sagt Präsident Niklaus Ramseyer gegenüber Nau.ch.

Regen hilft vielen Feldern kaum noch

Auf bewässerten Flächen sei die Lage zwar besser, räumt der Landwirt ein – und relativiert gleich wieder: «Allerdings werden auch dort keine Rekord-Erträge geerntet.»

Und der jüngste Regen? Werde kaum etwas an der Lage ändern, winkt Ramseyer ab: «Auf vielen Feldern sind die Kartoffeln abgestorben. Die Niederschläge werden daher auf den meisten Feldern keinen grossen Effekt mehr haben.»

Die schwierige Witterung wirkt sich aber nicht nur auf die Menge aus. Viele Kartoffeln sind dieses Jahr auch kleiner als üblich.

Der Grund: Wegen der Dürre starben die Pflanzen auf vielen Feldern früh ab. «Die Knollen konnten daher nicht die gewünschte Grösse erreichen», sagt Ramseyer.

Kleinere Kartoffeln verkürzen Pommes frites

Das könnte sich nun auch bei den Pommes frites bemerkbar machen.

Swisspatat-Geschäftsführer Christian Bucher bestätigt gegenüber Nau.ch: «Grundsätzlich führen kleinere Knollen auch zu tendenziell kürzeren Frites.»

Wie stark dieser Effekt in diesem Jahr tatsächlich ausfällt, ist noch offen. Swisspatat erhebt derzeit die Erträge und Kartoffelgrössen. Die Resultate sollen Anfang September vorliegen.

Für die Hersteller bedeutet ein höherer Anteil kleiner Knollen aber nicht automatisch ein Problem. Sie können Kartoffeln je nach Grösse für unterschiedliche Produkte einsetzen.

Hersteller verwerten auch kleine Knollen

Die Fenaco-Tochter Frigemo erklärt: «Kleinere Kartoffeln werden bevorzugt für Spezialitäten wie Rösti, Herzoginnenkartoffeln, Kroketten oder Kartoffelflocken eingesetzt.»

Dadurch könnten auch Kleinkaliber und Abschnitte sinnvoll weiterverarbeitet und eine möglichst vollständige Verwertung der Kartoffel gewährleistet werden.

Wären kürzere Pommes frites für dich ein Problem?

Wie lang eine Kartoffel für Pommes sein muss, hänge zudem vom jeweiligen Produkt ab.

«So gelten beispielsweise für Pommes frites von McDonald's deutlich strengere Vorgaben hinsichtlich der Länge als für Preiseinstiegsprodukte», schreibt Frigemo. Das Unternehmen ist seit 50 Jahren exklusiver Pommes-frites-Lieferant von McDonald's Schweiz.

Migros verfolgt einen ähnlichen Ansatz. «Sollten vermehrt kleinere Kartoffeln geerntet werden, passen unsere Verarbeitungsbetriebe ihre Prozesse entsprechend an», so ein Sprecher.

Ziel sei es, möglichst die gesamte Schweizer Ernte zu verwerten.

Qualität soll gleich bleiben

Auf die Qualität der Pommes dürfte die schwierige Saison dagegen keinen negativen Einfluss haben.

Bucher hält fest: «Gemäss ersten Rückmeldungen aus der Branche ist die Qualität der Kartoffeln in diesem Jahr sehr gut.»

Auch die Migros sagt auf Anfrage, dass es für die Kundinnen und Kunden keine Auswirkungen auf die Produktqualität geben soll.

Die Pommes könnten dieses Jahr also etwas kürzer werden – schlechter sind sie deshalb aber nicht.

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Kommentare

User #5407 (nicht angemeldet)

Ist das wirklich ein Bericht wert ?😂😂

User #2726 (nicht angemeldet)

Die Folgen der Klimakrise kosten uns bereits richtig Geld. Dürren treiben die Preise nach oben. Bei den selbsternannten „Freidenkern“ sogenannten Skeptikern herrscht beim Thema Mitdenken allerdings Ebbe. Lesen, Fakten verstehen und echte Ursachen begreifen? Fehlanzeige. Hauptsache, die eigene Illusion steht.

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