Tradition bleibt: Im Aargau heisst es weiter «Frau Gemeindeammann»
Der Kanton Aargau setzt auf Tradition. Die Begriffe «Gemeindeammann» (Gemeindepräsident) und «Landammann» (Regierungspräsident) bleiben.

Im Aargau bleiben die traditionellen Begriffe «Gemeindeammann» (Gemeindepräsident) und «Landammann» (Regierungspräsident) erhalten. Das Parlament ist nicht auf die Vorlage zur Änderung der Kantonsverfassung und der Einführung geschlechtsneutraler Begriffe eingetreten.
Dies beschloss das Kantonsparlament am Dienstag mit 69 zu 64 Stimmen. Damit wird die vom Regierungsrat im Auftrag des Parlaments erarbeitete Vorlage für die neuen Organbezeichnungen «Regierungspräsidium» und «Gemeindepräsidium» ad acta gelegt.
Die SVP und FDP, die über eine knappe Mehrheit im Parlament verfügen, setzten sich durch. Es sei der falsche Weg, historisch gewachsene Begriffe wegen eines «falsch verstandenen Modernisierungseifers» zu opfern, hielt die SVP fest.
«Frau Gemeindeammann» hat sich laut SVP bereits etabliert. Die FDP erinnerte an die Tatsache, jede Gemeinde könne bereits selbst entscheiden, ob der Stadtammann als Stadtpräsident bezeichnet werde.
Verständlichkeit statt Nostalgie
Für die Änderung der Begriffe in der Kantonsverfassung machten sich die Mitte-Partei, GLP und SP stark. Die Begriffe «Landammann» und «Gemeindeammann» seien sprachliche Relikte aus einer Zeit, als Politik reine Männersache gewesen sei. Es brauche Verständlichkeit statt Nostalgie, betonten die Befürworter.
Regierungsrat Dieter Egli (SP), Landammann 2025, sagte, die Organbezeichnung sei keine existenzielle Frage für den Aargau. Man müsse jedoch offen sein für eine Änderungen der Bezeichnungen, die auch Identität stifteten.






