Stadt Bern spricht 84 Leerkündigungen wegen Sanierung aus
Die Mieter von 84 städtischen Wohnungen in Bern-West müssen ihre Wohnungen verlassen, weil ihre Mehrfamilienhäuser umfassend saniert werden sollen. Der Gemeinderat beantragt dem Parlament dafür Kredite von insgesamt 31 Millionen Franken, wie er am Freitag mitteilte.

Die Bauarbeiten sollen gestaffelt im Lauf des Jahres 2027 beginnen. Betroffen sind Wohnungen an der Zelgstrasse 18-22 und an der Melchiorstrasse 9 in Bern-Bethlehem, an der Huberstrasse 18/20 in der Siedlung Holligen sowie an der Looslistrasse 37/39 im Untermattquartier in Bümpliz.
Die Gebäude stammen aus den 1940er- bis 1970er-Jahren und gelten als stark renovierungsbedürftig. Da die Arbeiten umfangreich sind, können die Häuser laut Stadt nicht im bewohnten Zustand saniert werden. Deshalb führe kein Weg an Leerkündigungen vorbei.
Die Stadt will die betroffenen Mieterinnen und Mieter bei der Wohnungssuche unterstützen. «Hinter jedem Mietvertrag stehen Menschen», sagte Gemeinderätin Melanie Mettler (GLP) an einem Point de Presse.
Vorgesehen sind unter anderem Beratung, Referenzschreiben sowie Hilfe bei der Vermittlung von Wohnungen. Die Mietverträge sind bereits gekündigt worden, obwohl der Entscheid des Stadtrats noch aussteht.
Sollte das Parlament die Kredite wider Erwarten ablehnen, würden die Kündigungen laut Mettler zurückgenommen. Der Zustand der Häuser würde sich dann weiter verschlechtern, sagte sie.
Nach der Sanierung werden es noch 72 Wohnungen sein. Diese sollen weiterhin zu vergleichsweise günstigen Mieten angeboten werden. Ein grosser Teil wird unter den Kriterien für günstigen Wohnraum vermietet. Die bisherigen Mieterinnen und Mieter erhalten ein Vorzugsrecht auf die sanierten Wohnungen, sofern sie die entsprechenden Kriterien erfüllen.
Neben der Erneuerung der Gebäudehüllen plant die Stadt unter anderem neue Heizungen, Balkone und Photovoltaikanlagen sowie teilweise angepasste Grundrisse. Zudem sollen die Wohnungen hindernisfrei werden, soweit dies möglich und verhältnismässig ist.
In der Stadt Bern gibt es insgesamt rund 80'000 Wohnungen. Darunter sind 2500 städtische Wohnungen. Die Stadt könne also nicht viel Einfluss auf die Gesamtlage nehmen, aber sie könne marktergänzend wirken, sagte Gemeinderätin Mettler.






