Schwyz

    Kantonsrat Schwyz bewilligt Veloweg Biberbrugg-Chaltenboden

    Keystone-SDA Regional
    Keystone-SDA Regional

    Schwyz,

    Die enge Hauptstrasse von Biberbrugg nach Feusisberg soll mit einem Veloweg ergänzt werden. Der Kantonsrat Schwyz hat am Mittwoch einen 36-Millionen-Franken-Kredit mit 64 zu 28 Stimmen genehmigt.

    Die Strecke Biberbrugg-Chaltenboden führt durch einen Taleinschnitt. (Visualisierung)
    Die Strecke Biberbrugg-Chaltenboden führt durch einen Taleinschnitt. (Visualisierung) - Kanton Schwyz

    Die für die Zustimmung zur Finanzvorlage nötige Hürde von 60 Stimmen wurde damit knapp erreicht. Weil die Zustimmung aber unter drei Viertel lag, wird die Vorlage den Stimmberechtigten vorgelegt.

    Die Kommission für Bauten, Strassen und Anlagen, welche das Geschäft vorberaten hat, hatte dem Kantonsrat beantragt, dem Bau des Velowegs wegen der hohen Kosten nicht zuzustimmen.

    Teuer wegen Brücken

    Die vom Regierungsrat geplante Velo- und Fussverbindung von Biberbrugg bis Chaltenboden ist 1300 Meter lang. Sie führt durch einen Taleinschnitt und, weil die Strasse mit ihren Kunstbauten nicht verbreitert werden kann, weitgehend über neue Brücken.

    Für den Velo- und Fussweg angeführt wurde, dass der Strassenabschnitt ein Nadelöhr sei. Sowohl die Hauptstrasse als auch die darauf markierten Velowege seien zu eng. Christian Schuler (Mitte) sagte, Familien und wenig geübte Velofahrer würden die Strecke meiden.

    Autofahrer profitieren

    Matthias Kessler (Mitte) betonte, es gehe hier um die Hauptverkehrsachse zwischen der Inner- und Ausserschwyz. Kuno Frey (FDP) sagte, mit dem Veloweg werde die Strecke auch für Auto- und Lastwagenfahrer sicherer.

    Norbert Hegner (SP/Grüne) sah zwar die hohen Kosten. Diese ergäben sich aber durch die Rahmenbedingungen – Gelände, Strasse und Bahn liessen keinen Spielraum zu.

    Ruth von Euw (GLP) sagte, es gehe beim Projekt nicht um einen Freizeitveloweg, sondern darum, dass die Strecke künftig auch von Radfahrern als Arbeitsweg genutzt werden könne.

    Zu teuer und nicht nötig

    «Nein» sagte die SVP. Marco Steiner befand das vom Regierungsrat vorgelegte Projekt schlicht als eine Nummer zu gross. Es bestehe die Gefahr, dass wegen der hohen Kosten andere Strassenprojekte zurückgestellt würden.

    Auch aus der FDP und der Mitte gab es Vorbehalte. Rita Lüönd (FDP) sagte, es gebe keine Garantie, dass der Veloweg genutzt werde. Daniel Landolt (Mitte) outete sich als Radfahrer. Trotzdem lehne er das Projekt ab, weil die Kosten unverhältnismässig seien.

    Baudirektor André Rüegsegger (SVP) sagte zur Diskussion, er hätte dem Projekt auch gerne ein günstigeres Preisschild angehängt. «Wir haben ihnen nicht absichtlich eine teure Lösung vorgelegt», fügte er an.

    Steigende Nachfrage erwartet

    Rüeggsegger erklärte, es gebe auf dem Abschnitt Handlungsbedarf, und Strassen seien auch für Velos da. Zur Meinung, dass der geplante Veloweg nicht genutzt werde, sagte er, dass sich das neue Angebot positiv auf die Nachfrage auswirken könne. Zudem gebe es einen E-Bike-Boom.

    Im Kanton Schwyz wird schon seit 20 Jahren über die unbefriedigende Verkehrssituation zwischen Biberbrugg und Chaltenboden diskutiert. Auf der Strasse sind pro Tag im Schnitt 24'000 Fahrzeuge unterwegs, zu ihnen gehören gemäss einer älteren Messung rund 330 Velos. Für Fussgänger gibt es heute, bis auf einen Wanderweg, keine Verbindung.

    Kommentare

    Weiterlesen

    thurgauer
    701 Interaktionen
    Shaming
    Rémy Wyssmann
    78 Interaktionen
    Nach Amaudruz

    MEHR AUS SCHWYZ

    1 Interaktionen
    Schwyz
    1 Interaktionen
    Schwyz
    Tuggen SZ
    Tuggen SZ