Einsprachen bremsen noch immer Ausbau der Zürcher Velovorzugsrouten
Die Stadt hat am Mittwoch einen weiteren Abschnitt des Zürcher Velovorzugsroutennetzes eingeweiht – vom Stauffacherquai zum See. Doch der Ausbau stockt noch immer: Rund zwei Dutzend Kilometer sind derzeit wegen Einsprachen blockiert.

«Wir würden gerne schneller vorwärts machen, um den Willen der Stimmbevölkerung umzusetzen», wird SP-Stadträtin Simone Brander in einer Medienmitteilung vom Mittwoch zur Eröffnung des neuen Abschnitts zitiert. «Doch vielerorts verzögern leider Einsprachen die bereits fertig ausgearbeiteten Projekte», so Brander weiter.
Die Stadt plant ein rund 130 Kilometer langes Netz aus Velovorzugsrouten. Mindestens 50 Kilometer davon werden im Sinne der Volksinitiative «Sichere Velorouten für Zürich» umgesetzt, welche die Stimmbevölkerung im September 2020 mit 70,5 Prozent Ja-Stimmen angenommen hatte.
Die Initiative verlangte ein mindestens 50 Kilometer langes Netz von Velorouten, auf denen der Durchgangsverkehr unterbunden oder der Veloverkehr auf baulich getrennten Velowegen geführt wird.
Es fehlen noch 124 Kilometer
Konkret sind von den geplanten 130 Kilometern aber derzeit knapp 24 Kilometer durch Einsprachen gegen die jeweiligen Strassenbauprojekte respektive durch Neubeurteilungsbegehren gegen die angepassten Verkehrsvorschriften blockiert, wie die Stadt schreibt.
Das komplette Netz soll bis 2031 fertig sein. Umgesetzt sind erst 6,28 Kilometer: die Route Altstetten-HB und die Route Mühlebachstrasse-Zollikerstrasse. Sie sind am grünen Band und an Velo-Piktogrammen erkennbar.
Künftig von Altstetten an den See
Und neu kommt also noch ein Teil der Velovorzugsroute «Bullingerplatz-See» hinzu. Der rund ein Kilometer lange Abschnitt führt über die Stauffacherbrücke, die Sihlamtstrasse, die Flössergasse und die Tödistrasse an das General-Guisan-Quai.
Der zweite Teil der Velovorzugsroute zwischen Bullingerplatz und Stauffacherquai soll noch dieses Jahr in die Planauflage gehen, wie die Stadt weiter schreibt. Sobald auch diese Verbindung umgesetzt ist, ist eine durchgehende Fahrt auf Velovorzugsrouten von Altstetten bis an den See möglich, wie es weiter heisst.
Weniger Autos
Damit es auf dieser Velovorzugsroute keinen Durchgangsverkehr gebe, sei es für die Autos nicht mehr möglich, von der Brandschenkestrasse in die Flössergasse abzubiegen, schreibt die Stadt. Zudem können Autos von der Tödistrasse nicht mehr geradeaus in die Flössergasse fahren.
Diese neue Verkehrsführung und der geringe Autoverkehr erhöhten die Sicherheit für Velofahrerinnen und Velofahrer markant, wird Sicherheitsvorsteherin Karin Rykart (Grüne) in der Medienmitteilung zitiert.






