Hinrichtung

    Weitere Hinrichtung nach Massenprotesten im Iran

    Keystone-SDA
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    Iran,

    Im Iran ist erneut ein Mann im Zusammenhang mit der Protestwelle im Januar exekutiert worden. Die Hinrichtung erfolgte am Donnerstagmorgen, wie die mit der Justiz verbundene Nachrichtenagentur Misan berichtete.

    ARCHIV - Die Skyline der Millionenmetropole Teheran in der Abenddämmerung. Foto: Arne Immanuel Bänsch/dpa
    ARCHIV - Die Skyline der Millionenmetropole Teheran in der Abenddämmerung. Foto: Arne Immanuel Bänsch/dpa - Keystone/dpa/Arne Immanuel Bänsch

    Der Mann wurde in einem besonders bekannten und umstrittenen Fall zum Tode verurteilt. In dem als Schahid-Alichani-Platz bekannten Prozess wurden offiziellen Angaben zufolge 14 Männer zum Tode verurteilt, die bei den Unruhen vier Polizisten auf brutale Weise getötet haben sollen. Ende Juli liess die iranische Justiz unter grossem Aufschrei zwei Männer auf dem Platz in Isfahan öffentlich hinrichten.

    Todesurteil nach Vorwurf der «Kriegsführung gegen Gott»

    Der heute hingerichtete Mann soll ausländischer Staatsbürger gewesen sein, berichtete Misan. Aus welchem Land er stammte, wurde nicht genannt. Dem Bericht zufolge war es bereits die fünfte Hinrichtung im Zusammenhang mit dem Schahid-Alichani-Platz-Prozess. Der Mann wurde nach islamischer Rechtsauffassung im Iran unter anderem wegen «Kriegsführung gegen Gott» und «Korruption auf Erden» verurteilt. Menschenrechtler kritisieren, dass solche Urteile Raum für Willkür lassen.

    Der Fall in Isfahan sei ein «eklatantes Beispiel für Kollektivstrafen und die willkürliche Anwendung der Todesstrafe durch die Islamische Republik», schrieb der Direktor der Menschenrechtsorganisation Iran Human Rights (IHRNGO), Mahmood Amiry-Moghaddam, auf X. Seinen Informationen nach war der Mann Afghane und wurde durch Erhängen hingerichtet.

    Fast 30 Männer nach Protesten hingerichtet

    Die iranische Justiz hat mit den neuen Exekutionen nun fast 30 Männer im Kontext der Proteste und Unruhen hingerichtet. Die Demonstrationen im Winter waren Ende Dezember angesichts der Wirtschaftskrise im Land ausgebrochen und entwickelten sich rasch zu Massenprotesten gegen die autoritäre Führung. Der Staat liess sie gewaltsam niederschlagen. Tausende Demonstranten wurden dabei getötet.

    Menschenrechtsgruppen kritisieren seit Jahren die rigorose Anwendung der Todesstrafe im Iran und werfen den Behörden vor, Hinrichtungen auch zur Einschüchterung einzusetzen. Der Menschenrechtsorganisation Amnesty International zufolge wurden im vergangenen Jahr mindestens 2.159 Menschen im Iran hingerichtet – der höchste verzeichnete Wert seit 1981. Auch im Zusammenhang mit dem Iran-Krieg wurden Todesurteile gegen mutmassliche Spione und politische Gefangene vollstreckt.

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    Kommentare

    User #4736 (nicht angemeldet)

    Gemäss Amnesty International ist China die Nummer eins in Sachen Todesstrafen und das kümmert keiner. Auch in den USA wird sie in 27 Staaten immer noch durchgeführt. Auch das wird kaum thematisiert. Übrigens wurde selbst in der Schweiz noch am 18. Oktober 1940 in Sarnen eine zivile Hinrichtung durchgeführt.

    User #5030 (nicht angemeldet)

    Kriegsführung gegen Gott. Jetzt sind sie endgültig durch geknallt!

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