Wegen Unschuldsvermutung: Grüne Jugend unter Beschuss

    Samantha Reimer
    Samantha Reimer

    Deutschland,

    Jette Nietzard, Chefin der Grünen Jugend, löst mit Aussagen zur Unschuldsvermutung heftige Kritik aus. Politiker verschiedener Parteien reagieren empört.

    grüne jugend
    Jette Nietzard hat einen Führungsposten bei der Grünen Jugend inne - auch Jakob Blasel will in die Fussstapfen der vorherigen Vorsitzenden Katharina Stolla und Svenja Appuhn treten. (Archivbild) - Sebastian Willnow/dpa

    Der Fall Gelbhaar sorgt weiterhin für Aufruhr bei den Grünen. Am Mittwoch äusserte sich die Grüne Jugend zu den Belästigungsvorwürfen gegen den Bundestagsabgeordneten Stefan Gelbhaar.

    Jette Nietzard, Bundessprecherin der Jugendorganisation, betonte dabei die Notwendigkeit, Betroffenen zu glauben. «Wo Macht existiert, wird Macht missbraucht», erklärte Nietzard.

    Dies gelte auch für eine feministische Partei, wie es die «Berliner Zeitung» berichtet. «Was es aber bedeutet, in einer feministischen Partei zu sein, ist, dass Betroffenen geglaubt wird», fügte sie hinzu.

    Unschuldsvermutung nur vor Gericht?

    Besonders kontrovers: Nietzards Aussage zur Unschuldsvermutung. «Die Unschuldsvermutung gilt immer vor Gericht.

    grüne jugend
    Das Logo der Grünen Jugend (Symbolbild) - keystone Bildausschnitt

    «Aber wir sind eine Organisation, und wir sind kein Gericht», argumentierte sie, was für Kritik sorgt. Ex-Justizminister Marco Buschmann reagierte auf X:

    «Im Fall Gelbhaar wurde die Karriere eines Mannes durch Lügen zerstört.(...) Die Chefin der Grünen-Jugend sagt nun, die Unschuldsvermutung sei etwas für Gerichte.»

    Grüne Jugend sorgt für parteiübergreifende Empörung

    Die Kritik beschränkte sich aber nicht nur auf die Opposition. FDP-Bundestagsabgeordneter Max Mordhorst forderte ein Ausschlussverfahren gegen Nietzard.

    Findest du die Kritik gerechtfertigt?

    «Die Unschuldsvermutung ist ein übergreifendes rechtsstaatliches Prinzip, das vor Willkür und Faschismus schützt», betonte er. Auch die ehemalige Bildungsministerin Bettina Stark-Watzinger meldete sich zu Wort.

    «Sexuelle Gewalt muss geahndet werden. Aber die Unschuldsvermutung muss immer gelten», erklärte sie. Sie warnte vor einem Bärendienst für die Gesellschaft.

    Interne Kritik bei den Grünen

    Selbst innerhalb der Grünen stiessen Nietzards Äusserungen auf Ablehnung. Der ehemalige Bundestagsabgeordnete Volker Beck kritisierte:

    «Jetzt reicht es! Grüne Jugend. Wir sind eine Rechtsstaatspartei».

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    Volker Beck (Bündnis 90/Die Grünen) kritisiert Jette Nietzhard scharf. (Archivbild) - Uli Deck/dpa

    Die Debatte um Nietzards Aussagen zeigt die Spannung zwischen dem Anspruch, Betroffene ernst zu nehmen, und der Wahrung rechtsstaatlicher Prinzipien. Sie wirft zudem Fragen zur internen Konfliktbewältigung in Parteien auf.

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    Kommentare

    Curaglia

    passt doch, jung und nach wie vor grün hinter den Ohren

    User #2999 (nicht angemeldet)

    Besonders intelligent ist die deutsche grüne Jugend nicht aber sie mögen die Provokation, was Deutschland aber nichts bringt. Alles wird sich regeln entweder im Februar oder in 4 Jahren.

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