Türkischer Aussenminister in Moskau: Gespräche über Getreideabkommen

    Keystone-SDA
    Keystone-SDA

    Russland,

    Die Aussenminister Russlands und der Türkei haben eine mögliche Neuauflage des ausgesetzten Getreideabkommens besprochen. Moskau fordert Garantien vom Westen.

    Hakan Fidan Sergej Lawrow
    Hakan Fidan (l.) und Sergej Lawrow am Donnerstag in Moskau. - keystone

    Die Aussenminister Russlands und der Türkei haben in Moskau über eine mögliche Neuauflage der Vereinbarungen für ukrainische Getreideexporte über das Schwarze Meer gesprochen.

    Der russische Aussenminister Sergej Lawrow verlangte dafür vom Westen Garantien, dass auch sein Land Getreide und Dünger ungehindert ausführen dürfe. Dann sei Russland bereit, zu dem Mitte Juli ausgesetzten Getreideabkommen zurückkehren, sagte er am Donnerstag.

    Getreideabkommen für «Stabilität und Frieden»

    Der türkische Aussenminister Hakan Fidan sagte, eine Wiederaufnahme der ukrainischen Exporte auf dem Seeweg sei wichtig für die sichere Versorgung der Welt mit Lebensmitteln.

    Sie sorgten auch für mehr Stabilität und Frieden in der Schwarzmeer-Region. Fidan verwies auf neue Vorschläge von UN-Generalsekretär Antonio Guterres, den russischen Interessen bei dem Getreideabkommen Rechnung zu tragen.

    Getreideabkommen Getreide Hafen Odessa
    Zerstörtes Getreidelager im Hafen von Odessa. (Archivbild) - keystone

    Lawrow erwiderte, die Vorschläge von Guterres seien weiterhin nur Versprechungen, keine harten Garantien. Die westlichen Länder mit ihren Sanktionen seien schuld, dass Russland sein Getreide nicht ausführen könne. Die EU und andere Unterstützer der angegriffenen Ukraine haben allerdings wiederholt klargestellt, dass die Sanktionen gegen Moskau nicht Lebensmittel betreffen.

    Russland liess Getreideabkommen auslaufen

    Russland hatte das von der Türkei und den Vereinten Nationen vermittelte Getreideabkommen im Juli unter internationalem Protest auslaufen lassen. Die Sicherheitsgarantien für den Schiffsverkehr mit ukrainischen Häfen wurden aufgehoben.

    Vorher hatte das grosse Agrarland Ukraine trotz der russischen Invasion seit Sommer 2022 auf dem Seeweg etwa 33 Millionen Tonnen Getreide und andere landwirtschaftliche Produkte ausführen können. Andere Transportwege über Land sind deutlich teurer. Die Türkei könne eine Million Tonnen russisches Getreide zu einem Vorzugspreis kaufen, sagte Lawrow zu. Das Treffen der Aussenminister sollte auch dazu dienen, ein baldiges Treffen der Präsidenten Wladimir Putin und Recep Tayyip Erdogan vorzubereiten.

    Kommentare

    Weiterlesen

    türkei
    14 Interaktionen
    Ankara

    MEHR IN POLITIK

    MEHR AUS RUSSLAND

    Juri Dmitrijewf
    4 Interaktionen
    Moskau/Berlin
    putin
    888 Interaktionen
    Aufatmen?
    nestlé zwangsverwaltung
    49 Interaktionen
    St. Petersburg
    Marina Vlady
    Mehr als 80 Filme