Myanmars frühere De-facto-Regierungschefin Aung San Suu Kyi ist trotz ihres seit bereits zwei Monaten andauernden Hausarrests offenbar bei guter Gesundheit.
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Demonstranten in Myanmar mit Bild von Aung San Suu Kyi. - AFP/Archiv

Das Wichtigste in Kürze

  • Suu Kyis soll es gesundheitlich trotz monatelangem gut gehen.
  • Anwältin sprach per Video mit früherer De-facto-Regierungschefin Myanmars.

Das teilte am Mittwoch die Anwältin Min Min Soe mit, nachdem sie per Videoschalte mit der 75-jährigen Politikerin gesprochen hatte. Min Min Soe war für die Videoschalte in eine Polizeiwache der Hauptstadt Naypyidaw vorgeladen worden. Sie gehört zu Suu Kyis Anwaltsteam.

Nach ihrem Aussehen in den Videobildern scheine der physische Zustand von Suu Kyi «gut» zu sein, erklärte das Anwaltsteam. Suu Kyi wurde nicht mehr in der Öffentlichkeit gesehen, seit sie am 1. Februar vom Militär abgesetzt und unter Hausarrest gestellt worden war.

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Aung San Suu Kyi ist im früheren Burma vom Militär festgesetzt worden. - Keystone

Die Friedensnobelpreisträgerin sieht sich einer Reihe von strafrechtlichen Anklagen gegenüber. Darunter wegen Besitzes von Funkgeräten ohne die erforderliche Genehmigung, Verletzung von Corona-Bestimmungen und Aufforderung zum öffentlichen Aufruhr.

Auch werfen ihr die Militärbehörden vor, umgerechnet gut 500.000 Euro und mehr als elf Kilogramm Gold als Schmiergeldzahlungen angenommen zu haben. Bei einem Schuldspruch könnte sie lebenslang von allen politischen Ämtern ausgeschlossen werden.

Angesetzte gerichtliche Anhörung

Für Donnerstag ist eine gerichtliche Anhörung mit Suu Kyi angesetzt. Nach Angaben eines anderen Mitglieds ihres Anwaltsteams soll es bei diesem Termin aber nur um verfahrenstechnische Fragen gehen.

Suu Kyi hat bislang nicht die Erlaubnis erhalten, sich direkt mit ihren Anwälten zu treffen. Während der Videoschalte mit Min Min Soe war die Anwältin von Polizisten umgeben. Die frühere De-facto-Regierungschefin habe während des Termins die Frage gestellt, ob diese Polizeipräsenz legal sei, teilten ihre Rechtsvertreter mit.

Brutale Militärgewalt

Seit dem Militärputsch am 1. Februar sieht sich die Junta massiven Protesten gegenüber. Gegen die sie äusserst brutal mit Tränengas, Gummigeschossen und scharfer Munition vorgeht. Nach Angaben von Aktivisten wurden dabei bereits mehr als 520 Menschen getötet.

Der bislang blutigste Tag der Proteste seit dem Umsturz war am vergangenen Samstag. Am alljährlichen «Tag der Streitkräfte» wurden nach UN-Angaben mindestens 107 Menschen getötet - darunter sieben Kinder.

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