Die spanische Regierung soll die Smartphones von katalanischen Separatisten mit der Spyware Pegasus abgehört haben.
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Separatistenführer Carles Puigdemont. - dpa

Das Wichtigste in Kürze

  • Spanische Regierung der Hackerangriffe auf Mobiltelefone verdächtigt.
  • Daszu soll die Spyware «Pegasus» eingesetzt worden sein.

Die spanischen Behörden stehen im Verdacht, die Mobiltelefone von dutzenden Anführern der katalanischen Separatistenbewegung mittels der Pegasus-Software ausspioniert zu haben.

«Wir sind alle in einer riesigen und illegalen Weise mittels Software ausspioniert worden, die nur Staaten besitzen können.» Das schrieb der frühere katalanische Regionalpräsident Carles Puigdemont am Montag im Onlinedienst Twitter. «Politiker, Anwälte und Aktivisten sind alle Opfer von Spaniens schmutzigem Krieg», beklagte er.

Puigdemont Pegasus
Der katalanische Ex-Präsident Carles Puigdemont. - Keystone

Laut einem Report der Forschungsgruppe Citizen Lab sollen die Mobiltelefone von mindestens 65 katalanischen Separatisten mit Pegasus infiltriert worden sein. Die Telefone sollen demnach in den Jahren 2017 bis 2020 mit der in Israel entwickelten Spionage-Software gehackt worden sein. Diese Art von Spionage ist in Spanien illegal.

Mittels Pegasus ausspioniert worden sein sollen laut Citizen Lab etwa der heutige katalanische Regionalpräsident Pere Aragonès. Ebenfalls betroffen seien die früheren Regionalpräsidenten Quim Torra und Artur Mas, Mitglieder des katalanischen Parlaments und des Europaparlaments.

Auch Menschen aus Pugdemonts Umfeld Opfer von Pegasus

Puigdemont hingegen soll laut Citizen Lab nicht Zielscheibe der Pegasus-Attacken gewesen sein. Wohl aber mehrere Menschen aus seinem Umfeld, darunter seine Frau. Puigdemont war nach dem 2017 gescheiterten Versuch der Abspaltung der Region Katalonien von Spanien nach Belgien ins Exil gegangen. So konnte er der Strafverfolgung in Spanien entgehen.

Für Dienstag sind in Brüssel Pressekonferenzen Puigdemonts und von EU-Parlamentariern zu den Spionagevorwürfen geplant (13 Uhr und 15 Uhr). Die spanische Regierung äusserte sich zunächst nicht zu diesen Anschuldigungen.

Bundesnachrichtendienst Pegasus
Auch der Bundesnachrichtendienst soll die Spionagesoftware «Pegasus» oft verwenden. - dpa-infocom GmbH

Die Pegasus-Software des israelischen Herstellers NSO ist in der Lage, sämtliche Daten von damit angegriffenen Mobiltelefonen auszulesen. Ausserdem kann Pegasus unbemerkt Kamera und Mikrofon des jeweiligen Gerätes anschalten.

NSO war vergangenes Jahr mit Vorwürfen eines Verbunds 17 internationaler Medien konfrontiert worden. Diese sagten, die Software sei zur Ausspähung von Journalisten, Politikern in zahlreichen Ländern genutzt worden.

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