Nagetiere und Parasiten plagen Vertriebene im Gazastreifen
Ratten, Mäuse und andere Nagetiere sowie Parasiten plagen viele der in Zeltstädten lebenden Vertriebenen im Gazastreifen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnt vor den Folgen der verheerenden Lebensumstände.

«Zerstörte Gebäude und Berge von angesammeltem Müll haben ideale Brutstätten für Nagetiere und Schädlinge geschaffen», sagte die neue WHO-Vertreterin für die besetzten Gebiete, Reinhilde Van de Weerdt. Auch sechs Monate nach Beginn der Waffenruhe im Gazastreifen müssen demnach viele Menschen in Zelten ausharren.
Mehr als die Hälfte des Gazastreifens ist unter israelischer Militärkontrolle. Deshalb leben die Menschen in dem schon vor dem Krieg dicht besiedelten Gebiet auf engstem Raum in Zelten und Notunterkünften. Es gilt zwar seit Oktober 2025 eine Waffenruhe, doch setzt Israel Angriffe fort. Nach Angaben des dortigen Gesundheitsministeriums sind seit Beginn der Waffenrufe mehr als 700 Menschen bei Angriffen umgekommen.
In mehr als 80 Prozent der Zeltstädte und Notunterkünfte gebe es Hautinfektionen und Hautausschläge, darunter Krätze, sowie Läuse und Bettwanzen, sagt van de Weerdt. In diesem Jahr seien bereits mehr als 70.000 Fälle von Nagetier- und Parasitenbefall auf der Haut gemeldet worden.
Es sei wegen komplizierter Anträge und Bewilligungsverfahren durch israelische Behörden weiterhin schwierig, das nötige Material zur Bekämpfung in den Gazastreifen zu bringen. Van de Weerdt forderte Israel auf, die Einfuhrbeschränkungen für Reparaturmaterial für Generatoren oder medizinische Geräte aufzuheben und mehr medizinische Güter in den Gazastreifen zu lassen.






