Kreise: Neun Menschen bei israelischem Angriff im Libanon getötet

Keystone-SDA
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Libanon,

Ungeachtet einer Waffenruhe-Vereinbarung greift das israelische Militär weiter im Südlibanon an. Bei einem Angriff am Stadtrand der Küstenstadt Tyrus wurden nach Angaben aus Kreisen des libanesischen Zivilschutzes neun Menschen getötet und 27 weitere verletzt.

ARCHIV - Rauch steigt auf nach einem israelischen Luftangriff im Libanon. Foto: Mohammed Zaatari/AP/dpa
ARCHIV - Rauch steigt auf nach einem israelischen Luftangriff im Libanon. Foto: Mohammed Zaatari/AP/dpa - Keystone/AP/Mohammed Zaatari

Kurz nach dem Angriff erteilte die israelische Armee einen Fluchtaufruf für die gesamte Stadt. Aus libanesischen Sicherheitskreisen hiess es, rund um die Stadt käme es zu israelischem Beschuss. Das israelische Militär äusserte sich auf Anfrage zunächst nicht.

Das israelische Militär rief ausdrücklich auch die Bewohner und Verbliebenen in den christlichen Teilen der Stadt zur Flucht auf. Viele Menschen hatten dort in den vergangenen Tagen Zuflucht gesucht, nachdem die restlichen Teile der Stadt bereits immer wieder unter Beschuss standen. Christen im Libanon stehen der Hisbollah zum Teil ablehnend gegenüber. Das israelische Militär wirft der Hisbollah vor, sich in den Vierteln vor Angriffen zu verstecken.

Israel und der Libanon hatten sich vergangene Woche auf einen neuen Plan zur Umsetzung einer bisher unwirksamen Waffenruhe geeinigt. Die Vereinbarung sieht das Einstellen der gegenseitigen Angriffe vor, den Rückzug der Hisbollah bis hinter den Litani-Fluss, also etwa 30 Kilometer hinter die israelische Grenze, und eine Entwaffnung der Hisbollah vor.

Die vom Iran unterstützte Organisation hat den Bedingungen nicht zugestimmt. Auch Israel will den Beschuss gegen die Schiitenmiliz im Südlibanon nach eigenen Angaben fortsetzen. Es wertet allein die Präsenz von Hisbollah-Kämpfern im Gebiet südlich des Litani-Flusses als De-facto-Verstoss gegen die Waffenruhe. Das israelische Militär ist weiterhin mit Truppen im Libanon präsent und rückte zuletzt auch immer weiter vor.

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