Klage

    Klage angedroht: Trump-Team benutzt Beyoncé-Song in Video

    Matthias Bärlocher
    Matthias Bärlocher

    USA,

    Absicht unklar: Der von Kamala Harris im Wahlkampf verwendete Song «Freedom» von Beyoncé lief auch bei der Kampagne von Donald Trump.

    Beyoncé Renaissance Grammy
    Beyonce erhält 2023 für ihr Album “Renaissance” den Grammy als ”best dance/electronic music album, am 5. Februar 2023 in Los Angeles. - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Das Team von Donald Trump verwendete in einem Video den Song «Freedom» von Beyoncé.
    • Auch Kamala Harris verwendet diesen bei Auftritten und Werbespots – mit Erlaubnis.
    • Nach einer Klageandrohung wurde das Trump-Video wieder gelöscht.

    Im aktuellen Wahlkampf ist das Team von Donald Trump immer wieder für eine Überraschung gut. Nun aber rätseln selbst hartgesottene Analysten, was denn das nun wieder soll: Ein Trump-Video, unterlegt mit dem Song «Freedom» der in den USA vergötterten Sängerin Beyoncé.

    Donald Trump und Beyoncé: ein mehrfaches No-Go

    Auf «X» gepostet hat es Trumps Kampagnensprecher Steven Cheung höchstselbst. Die Bilder sind nicht gerade sensationell: 13 Sekunden lang ist zu sehen, wie Donald Trump in Michigan aus seinem Privatjet aussteigt und über das Rollfeld schreitet. Der Sound aber sorgt für Aufregung: Trump und Beyoncé, das geht ja gar nicht.

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    Kampagnen-Sprecher Steven Cheung unterlegte ein Video seines Chefs, Donald Trump, ausgerechnet mit dem offiziellen Song der Harris-Kampgagne: «Freedom» von Beyoncé. - X /@TheStevenCheung

    Erstens ist die 32-fache Grammy-Gewinnerin bekannt dafür, dass sie Demokraten unterstützt, aktuell auch Kamala Harris. Zweitens geht es in «Freedom» um Sklaverei und die «Black Lives Matter»-Bewegung. Also Themen, mit denen Trump eher auf Kriegsfuss steht.

    Steven Cheung Donald Trump
    Steven Cheung ist Sprecher der Wahlkampf-Kampagne von Donald Trump. - X/@TheStevenCheung

    Drittens hat Beyoncé Kamala Harris erlaubt, ausgerechnet «Freedom» als offiziellen Song ihrer Kampagne zu nutzen. Was sie auch fleissig tut, bei Wahlkampf-Auftritten und in Werbespots.

    Beyoncé droht mit Klage, Video verschwindet

    Superstar Beyoncé scheint selbst für grosse US-Medien schwer erreichbar zu sein. Deshalb gab es nicht sofort eine Reaktion auf den musikalischen Affront des Trump-Teams. Erreichbar, aber wortkarg, war dafür Trump-Sprecher Cheung. Auf die Frage des Politik-Portals «The Hill», was das Ganze bezwecke, antwortete er einfach mit «Freedom, freedom!».

    Im Video zum Auftakt ihrer Kampagne als Präsidentschaftskandidatin verwendet Kamala Harris den Song «Freedom» von Beyoncé.

    Am späten Abend reagierten dann Beyoncé und ihr Musiklabel, berichtet das Musik-Magazin «Rolling Stone». Sie drohten mit einer Unterlassungsklage und verlangten, dass das Video entfernt werde. Wenige Stunden später war der Post auf «X» gelöscht.

    Wie bei AI & Taylor Swift: Geht der Schuss nach hinten los?

    Womit die Frage, was für eine Absicht hinter der Aktion steckte, unbeantwortet bleibt. Immerhin hat Steven Cheung kurz Aufmerksamkeit generiert für ein Video, das bei vielen einen «unterwältigenden» Eindruck hinterliess.

    Donald Trump
    Mit diesem Post sorgt Donald Trump für Wirbel im Netz. - Screenshot

    Dass es ein riskantes Spiel ist, sich mit fremden Federn zu schmücken, sollte beim Trump-Team aber langsam eingesickert sein. Schliesslich versuchte man erst vor wenigen Tagen, mit KI-generierten Bildern zu unterstellen, Taylor Swift werbe für Donald Trump.

    Würdest du Donald Trump wählen?

    Da auch Taylor Swift bekannt dafür ist, Kandidaturen der Demokraten zu unterstützen, flog der Schwindel schnell auf. Statt neuer Trump-Wählenden generierte die Aktion eher Verärgerung und Kopfschütteln. Oder wie eine Swift nahestehende Quelle gesagt haben soll: «Er hat eindeutig den Verstand verloren. In mehr als einer Hinsicht.»

    Kommentare

    User #4580 (nicht angemeldet)

    Harris finde ich nicht passend

    User #4321 (nicht angemeldet)

    Faktencheck: Ein öffentliches Gut wird für Manche zur Benutzung verboten. Wäre in etwa dasselbe, wie wenn das Trinken vom öffentlichen Trinkwasserbrunnen für Gewisse verboten würde.

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