US-Vizeaussenministerin Wendy Sherman hat wegen Differenzen zwischen Südkorea und Japan auf eine geplante gemeinsame Pressekonferenz mit ihren Kollegen aus beiden asiatischen Ländern verzichten müssen. Es gebe einige Meinungsverschiedenheiten zwischen Japan und Südkorea, sagte die US-Diplomatin am Mittwoch (Ortszeit) in Washington nach einem Dreier-Treffen. «Und eine dieser Differenzen, die nicht mit dem heutigen Treffen zu tun hat, führte zu einer Änderung des Formats der heutigen Presseverfügbarkeit.» Stattdessen beantwortete Sherman die Fragen der Journalisten allein.
Trilateral meeting on North Korea in Washington
(L-R) Südkoreas Erster Vizeaußenminister Choi Jong-kun, die stellvertretende US-Außenministerin Wendy Sherman und Japans Vizeaußenminister Takeo Mori posieren für ein Foto während ihres Treffens im Außenministerium, bei dem sie über Nordkorea und andere anstehende Fragen sprechen. - dpa

Das Wichtigste in Kürze

  • Der gemeinsame Auftritt Shermans mit ihren Kollegen aus Südkorea und Japan, Choi Jong Kun und Takeo Mori, sollte auch die Geschlossenheit der drei Länder beim Thema Nordkorea demonstrieren.

Doch Mori sagte seine Teilnahme ab, wie die japanische Nachrichtenagentur Kyodo berichtete. Warum Choi nicht daran teilnahmen, war unklar.

Hintergrund der Weigerung Moris ist ein Streit Japans mit Südkorea über eine Felseninselgruppe im Meer zwischen beiden Ländern. Japan hatte zuletzt gegen den Besuch der von Südkorea verwalteten Inselgruppe durch den Chef der südkoreanischen Polizeibehörde protestiert. Beide Länder streiten sich seit Jahrzehnten um die Inselgruppe, die von Südkorea Dokdo und von Japan Takeshima genannt wird.

Trotz der Abwesenheit ihrer Kollegen nannte Sherman das trilaterale Treffen «freundlich» und «konstruktiv». Sie sei zufrieden mit Beratungen über Wege zur Denuklearisierung der koreanischen Halbinsel. Mit Denuklearisierung umschreiben die USA und ihre Verbündeten die Abrüstung des nordkoreanischen Atomwaffenprogramms. Die Verhandlungen Washingtons mit der isolierten Regierung in Pjöngjang kommen seit mehr als zweieinhalb Jahren nicht mehr voran. Die USA sind bei ihrem Umgang mit Nordkorea auf die Zusammenarbeit mit ihren Verbündeten Japan und Südkorea angewiesen.

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