IW: Reibungsloser Start des neuen Wohngelds nicht machbar

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Deutschland,

Ein reibungsloser Start des neuen Wohngelds ist einer IW-Studie zufolge nicht machbar: Die Experten rechnen mit einer Antragsflut, wenn am 1. Januar die grosse Wohngeldreform in Kraft tritt.

Wohngebäude in Berlin
Wohngebäude in Berlin - AFP/Archiv

Das Wichtigste in Kürze

  • In den Ämtern fehlen Hunderte Stellen.

«In den Ämtern fehlen hunderte Stellen», so das Ergebnis der Untersuchung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW). Die Behörden seien nicht gewappnet, Stau bei der Bearbeitung der Anträge sei vorprogrammiert.

Im Januar tritt eine umfassende Reform des Wohngelds in Kraft, nach der nicht nur Miete und kalte Nebenkosten, sondern auch die Heizkosten bezuschusst werden. Jetzige Wohngeldhaushalte können im Schnitt mit einer Verdopplung ihrer Bezüge um 190 Euro auf 370 Euro rechnen. Ausserdem werden anstatt 600.000 nun zwei Millionen Haushalte wohngeldberechtigt sein, weil die Einkommensgrenzen steigen.

Wegen der enormen Ausweitung des Kreises der Anspruchsberechtigten suchen die Behörden laut IW derzeit neue Mitarbeiter, um die grosse Nachfrage zu bewältigen. Während von Oktober bis Mitte Dezember 2021 rund 118 Stellen ausgeschrieben wurden, waren es in diesem Jahr mit 857 gut siebenmal so viele. Aufgrund des Fachkräftemangels sei zu befürchten, dass viele Stellen nicht schnell besetzt werden könnten, erklärten die Forscher.

Die ohnehin schon lange Bearbeitungszeit von zwei bis acht Wochen dürfte 2023 noch länger werden. Das IW verweist auf WDR-Recherchen, wonach es bereits jetzt in jeder fünften Kommune mehr als zwei Monate dauere, bis ein Antrag bearbeitet werde. Etliche Haushalte würden von der wichtigen Reform daher erst im März oder April profitieren. Im schlimmsten Fall führe das für die Betroffenen zu finanziellen Engpässen.

Die Ampel-Koalition habe «in grosser Geschwindigkeit eine wichtige Reform beschlossen», erklärte IW-Experte Ralph Henger. «Leider wird eine schnelle Auszahlung aus verschiedenen Gründen ausgebremst: Dazu zählen die verschleppte Digitalisierung der Wohngeldstellen, die teilweise unnötig komplexen Antragsverfahren und das Problem der Kommunen, neue Verwaltungsstellen zu besetzen.»

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