Indien-Wahl: Jeder fünfte Kandidat mutmasslich oder sicher kriminell

    Keystone-SDA
    Keystone-SDA

    Indien,

    Viele der mutmasslichen oder verurteilten Kriminellen werden sogar mit schwerwiegenden Tatvorwürfen in Verbindung gebracht.

    Indien Wahl
    Mitarbeiter der Bharatiya Janta Party, die einen Hilfsschalter für Wähler verwalten, sortieren Stimmzettel mit dem Foto des indischen Premierministers Narendra Modi vor einer Wahlkabine während der siebten und letzten Phase der nationalen Wahlen in Varanasi, Indien, Samstag, 1. Juni 2024. - keystone

    Knapp jedem fünften Kandidaten bei der am Samstag endenden Parlamentswahl in Indien werden Verbrechen vorgeworfen oder er oder sie wurde deswegen sogar verurteilt. Das zeigt eine Analyse von Daten zu den mehr als 8300 Kandidaten durch die Organisation Association for Democratic Rights mit Sitz in Neu-Delhi. Viele der mutmasslichen oder verurteilten Kriminellen würden demnach gar mit schwerwiegenden Tatvorwürfen in Verbindung gebracht, die mit mindestens fünf Jahren Gefängnis bestraft werden können – wie Hassreden, Vergewaltigungen, Mord oder versuchter Mord.

    Die Auswertung zeige auch: Der Anteil von Kandidaten, die mutmassliche oder verurteilte Verbrecher sind, hat bei den vergangenen Parlamentswahlen stetig zugenommen. Zudem ist auch die Zahl erfolgreicher Kandidaten mit entsprechendem Hintergrund angestiegen: So stellten sie im Jahr 2019 knapp doppelt so viele Abgeordnete wie zehn Jahre davor. Menschen mit einem kriminellen Hintergrund haben laut den Daten kurioserweise generell bessere Gewinnchancen als Kandidaten mit einer sauberen Vergangenheit.

    Mit dem Thema beschäftigen sich Politikwissenschaftler schon länger. Eine Erklärung dafür lautet, dass die Kandidaten mit kriminellem Hintergrund den Wählern als besonders durchsetzungsfähig erscheinen.

    Das höchste Gericht in Indien hatte vor etlichen Jahren entschieden, dass Kandidaten mit krimineller Vergangenheit zwar wählbar sind, dies aber offenlegen müssen, damit die Wähler eine «informierte Entscheidung» treffen können.

    Mehr zum Thema:

    Kommentare

    Contamination

    Die industrielle Elite Indiens, von Mukesh Ambani bis hin zur Tata-Gruppe, hat sich von ihrem traditionellen Verbündeten, der Kongresspartei, abgewandt und der BJP zugewandt. In der Krise, in die Indien nach zwei Jahrzehnten zügellosen Wachstums geraten ist, lassen die Industriekapitäne ihre Muskeln spielen. Es wird ihre Unterstützung sein, dass N. Modi im Wahlkampf beinahe über so viele Mittel verfügt wie vor ihm nur Barack Obama im US-Präsidentschaftswahlkampf 2012.

    User #6221 (nicht angemeldet)

    Ist ja wie in Deutschland die Ampel.

    Weiterlesen

    Indien Wahl
    4 Interaktionen
    Für KI
    Flusskreuzfahrten
    2 Interaktionen
    Schönste Zeit

    MEHR IN POLITIK

    Ernst Wandfluh
    «Genug Totholz»
    2 Interaktionen
    Bern

    MEHR AUS INDIEN

    Thurgau Travel
    12 Interaktionen
    Keine 0815-Reise
    Narendra Modi
    5 Interaktionen
    Gegen Russland
    7 Interaktionen
    Neu-Delhi