Demokratische Präsidentschaftsbewerber greifen Trump kollektiv an

    Keystone-SDA
    Keystone-SDA, DPA, Simon Binz

    USA,

    In grosser Einigkeit haben die demokratischen Präsidentschaftsbewerber bei der 4. TV-Debatte für ein Impeachment gegen US-Präsident Donald Trump plädiert.

    Kamela Harris Bernie Sanders
    Senatorin Kamela Harris und Senator Bernie Sanders reichen sich während der TV-Debatte die Hand. - Keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Bei der TV-Debatte der Präsidentschaftsanwärter wurde viel über Trump diskutiert.
    • Die Demokraten stellen sich in grosser Einigkeit hinter ein geplantes Impeachment.
    • Der frühere Vizepräsident Joe Biden wehrte sich gegen Vorwürfe in der Ukraine-Affäre.

    Bei der Fernsehdebatte griffen die führenden Präsidentschaftsanwärter der Demokraten Donald Trump in der Nacht zu Mittwoch scharf an. Der frühere US-Vizepräsident Joe Biden und der linke Senator Bernie Sanders nannten Donald Trump bei der Debatte im US-Bundesstaat Ohio den «korruptesten Präsidenten in der Geschichte des Landes».

    Election 2020 Debate
    Joe Biden und Elizabeth Warren werfen Donald Trump vor, Gesetze gebrochen zu haben. - keystone

    Die Senatorin Kamala Harris kritisierte, Trump sei nicht nur korrupt, sondern zutiefst unpatriotisch. Die linke Senatorin Elizabeth Warren, die gemeinsam mit Biden unter den demokratischen Bewerbern in Umfragen an der Spitze liegt, beklagte, Trump habe wiederholt gegen Gesetze verstossen. Sie mahnte, es gehe um die Zukunft des Landes.

    Warren war es dann auch, die in der CNN-Debate am meisten Sendezeit erhielt. Sie lag mit 18 Minuten rund vier Minuten vor ihrem direkten Konkurrenten Joe Biden.

    Ukraine-Affäre im Mittelpunkt

    Die US-Demokraten im Repräsentantenhaus führen Untersuchungen, die zu einem Amtsenthebungsverfahren gegen Trump führen könnten. Sie werfen Trump vor, sein Amt missbraucht zu haben - mit dem Ziel, dass sich eine ausländische Regierung zu seinen Gunsten in den Wahlkampf einmischt.

    Trump hatte den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in einem Telefonat zu Ermittlungen ermuntert, die Trumps Rivalen Joe Biden und dessen Sohn Hunter schaden könnten. Trump will bei der Präsidentschaftswahl 2020 wieder kandidieren.

    Joe Biden TV Debate
    Joe Biden wehrt sich bei einer TV-Debatte gegen die Vorwürfe in der Ukraine-Affäre. - AFP

    Er wirft Bidens Sohn Hunter vor, dieser habe sich geschäftlich in der Ukraine auf unlautere Weise bereichert - durch einen hoch bezahlten Posten im Aufsichtsrat eines Energieunternehmens. Joe Biden beschuldigt er wiederum, dieser habe seine Position als US-Vizepräsident vor Jahren ausgenutzt, um seinen Sohn vor strafrechtlichen Ermittlungen in der Ukraine zu schützen. Biden bestreitet das vehement.

    Joe Biden verteidigt sich und seinen Sohn

    Auch bei der TV-Debatte beteuerte Biden: «Mein Sohn hat nichts Unrechtes getan. Ich habe nichts Unrechtes getan.» Weiteren Nachfragen zu möglichen eigenen Verfehlungen in dem Fall wich er allerdings mehrfach aus und versuchte stattdessen, die Aufmerksamkeit auf Trump zu leiten: «Es geht hier um Trumps Korruption. Darauf sollten wir uns konzentrieren.»

    Bidens Sohn Hunter hatte kurz vor der Fernsehdebatte allerdings eingeräumt, Fehler bei der Einschätzung seiner früheren beruflichen Tätigkeiten begangen zu haben. Er habe nicht vorausgesehen, wie die Kritiker seines Vaters seine geschäftlichen Aktivitäten in der Ukraine wie auch in China gegen diesen einsetzen würden, sagte Hunter Biden dem Sender ABC News.

    Joe Biden Donald Trump
    Joe Biden (links) mit seinem Sohn Hunter Biden (rechts). Donald Trump verdächtigt Hunter Biden in Ukraine krumme Geschäfte getätigt zu haben. - keystone

    «Ich habe einigen sehr unmoralischen Leuten Gelegenheit gegeben, auf illegale Weise zu versuchen, meinem Vater zu schaden.» Der Biden-Sohn bestritt jedoch jegliche illegale oder unethische Aktivitäten.

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