USA starteten nach Drohnenabschuss offenbar Cyberangriffe auf Iran

    AFP
    AFP

    USA,

    Nach einem Drohnenasbchuss hat Donald Trump einen Angriff auf den Iran kurzfristig abgeblasen. Dafür führten die USA offenbar Cyberangriffe durch.

    Unbemannte Aufklärungsdrohne der USA
    Unbemannte Aufklärungsdrohne der USA - US AIR FORCE/AFP

    Das Wichtigste in Kürze

    • Iranische Revolutionsgarden hatten am Donnerstag eine US-Aufklärungsdrohne abgeschossen.
    • Die USA regierten darauf laut Medienberichten mit Cyberangriffen.

    US-Präsident Donald Trump hatte einen militärischen Vergeltungsangriff erwogen, diesen dann aber kurzfristig abgebrochen. Wie die Zeitung «Washington Post» am Samstag berichtete, wies Trump stattdessen das US-Cyber-Kommando an, zur Vergeltung Cyberattacken gegen den Iran zu starten.

    Einer der Angriffe galt demnach iranischen Computern, mit denen Starts von Raketen und Lenkwaffen überwacht werden. Bei «Yahoo! News» hiess es unter Berufung auf zwei ehemalige Geheimdienstvertreter, die US-Cyberangriffe hätten zudem ein Spionagenetzwerk getroffen, das Schiffe in der Strasse von Hormus beobachtete. Dort waren Mitte Juni zwei Tanker angegriffen worden, wofür Washington den Iran verantwortlich macht.

    Laut «Washington Post» waren die Cyberangriffe seit Wochen geplant. Zunächst seien sie von Militärs als Antwort auf die Tanker-Angriffe vorgeschlagen worden. Das US-Verteidigungsministerium lehnte auf Anfrage von AFP jeden Kommentar zu den Medienberichten ab.

    Trump kündigt weitere Sanktionen gegen den Iran an
    Donald Trump blies laut eigenen Aussagen einen Angriff auf den Iran in letzter Sekunde ab. - dpa

    Die iranischen Revolutionsgarden hatten am Donnerstag eine US-Aufklärungsdrohne abgeschossen. Teheran erklärte, das unbemannte Fluggerät habe den iranischen Luftraum verletzt. Washington weist diese Darstellung zurück.

    Nicht die ersten Cyberattacken im Konflikt

    Es handelt sich nicht um die ersten Cyberattacken im Atomkonflikt zwischen den USA und dem Iran. Im Jahr 2010 beschuldigte Teheran die USA und Israel, den Stuxnet-Computervirus entwickelt zu haben, um die Atomanlagen des Iran zu treffen. Stuxnet hatte mehrere tausend iranische Computer befallen und die Zentrifugen zur Anreicherung von Uran blockiert. Es wird vermutet, dass auch der Iran seine Cyberfähigkeiten inzwischen ausgebaut hat.

    Trump war im Mai 2018 aus dem internationalen Atomabkommen mit dem Iran ausgestiegen und hatte eine Politik des «maximalen Drucks» verkündet. Die seitdem verhängten US-Sanktionen treffen die iranische Wirtschaft schwer. Trotz des Vertragsbruchs der USA hielt die Regierung in Teheran zunächst am Atomabkommen fest, kündigte Anfang Mai aber an, gewisse Bestimmungen nicht mehr einzuhalten. Die Lage in der Golfregion ist seither extrem angespannt.

    Donald Trump kündigt neue Sanktionen an

    Trump kündigte am Samstag neue «bedeutende» Sanktionen gegen den Iran an. Die zusätzlichen Strafmassnahmen sollten ab Montag gelten, schrieb Trump im Kurzbotschaftendienst Twitter, ohne weitere Details zu Art und Umfang zu nennen. Die iranischen Streitkräfte wiederum warnten die USA vor einem Angriff auf den Iran. Schon ein einziger Schuss könnte die Nahost-Region und die dortigen Interessen der USA und ihrer Verbündeten «in Brand setzen», sagte der Sprecher des iranischen Generalstabs, Abolfasl Schekartschi.

    Kommentare

    Weiterlesen

    trump iran
    57 Interaktionen
    Beinahe-Iran-Krieg
    US-Drohne
    9 Interaktionen
    Teheran

    MEHR IN POLITIK

    3 Interaktionen
    Kiew
    23 Interaktionen
    Kiew
    2 Interaktionen
    Zug
    10 Interaktionen
    Paris

    MEHR AUS USA

    Kim Kardashian
    15 Interaktionen
    Für ihre vier Kinder
    Donald Trump
    Wegen Staatsanwältin
    18 Interaktionen
    Nashville
    70 Interaktionen
    Angelina Jolie