Unispital Zürich bestätigt schwere Fehler in der Herzchirurgie

Keystone-SDA
Keystone-SDA

Zürich,

Das Universitätsspital Zürich hat schwerwiegende Fehler in der Herzchirurgie der Jahre 2016 bis 2020 eingestanden. Ein Bericht belegt nun Dutzende Todesfälle.

André Zemp, Präsident des USZ-Spitalrats, trat am Dienstag vor die Medien.
André Zemp, Präsident des USZ-Spitalrats, trat am Dienstag vor die Medien. - KEYSTONE/MICHAEL BUHOLZER

Eine unabhängige Untersuchung hat für diesen Zeitraum eine Übersterblichkeit von 68 bis 74 Patientinnen und Patienten nachgewiesen, wie das Universitätsspital (USZ) am Dienstag mitteilte. Das Spital hat elf besonders auffällige Todesfälle sowie den unangemessenen Einsatz von Medizinprodukten in 13 Fällen bei der Staatsanwaltschaft angezeigt. Die Ermittler sollen prüfen, ob strafrechtlich relevante Verfehlungen vorliegen.

Die Ursachen für die Missstände liegen laut dem Bericht in einem umfassenden Führungsversagen. Der damalige Klinikchef Francesco Maisano sei 2014 überhastet und ohne ausreichende Prüfung seiner Qualifikationen sowie seiner Interessenskonflikte ernannt worden. Zudem habe die damalige Spitaldirektion ihre Aufsichtspflicht vernachlässigt und Warnsignale zu spät erkannt.

Als Konsequenz aus den Untersuchungsergebnissen treten drei langjährige Mitglieder des Spitalrats zurück. Sie wollen damit einen personellen Neuanfang ermöglichen. Das USZ bat die Betroffenen und ihre Angehörigen offiziell um Entschuldigung für das erfahrene Leid und richtete eine spezielle Beratungsstelle ein.

Inzwischen habe die Klinik für Herzchirurgie ihren guten Ruf und hohe Qualitätsstandards unter neuer Leitung zurückgewonnen. Die Sterblichkeitsrate bewege sich laut aktuellen Berichten wieder im unauffälligen Bereich. Mit strengeren Compliance-Regeln, einem Register für Interessenbindungen und einem geplanten Meldesystem für Missstände will die Spitalführung ähnliche Vorfälle künftig verhindern.

Kommentare

User #4578 (nicht angemeldet)

Warum ist Dr. Carell gegangen, war er etwa zugut?

User #4228 (nicht angemeldet)

Die Spitaldirektion habe sich "aufrichtig für das entstandene Keud bei den Betroffenen entschuldigt". Hat sie sich auch - entschuldet. Sprich. Wie isses mit Kohle, Mäuse, Pinkepinke,Penunzen für die Betroffenen "für das entstandene Leid."? Da wäre, wenn nicht das Spital selber, dann doch wohl der Kanton Zürich/Gesundheitsdirektion zuständig. Aber das wird wohl nichts, da Professor Vogt, Nachfolger von Maisano, von Frau Rickli, Regierungsrätin im Gesundheitsdepartment ZH, strafrechtlich angezeigt wurde, weil er die erhöhten Mortalitätsraten als erster thematisiert hat. Außerdem hat man sich danach von ihm -ich denke, in "gegenseitigem Einvernehmen " von ihm getrennt. Meine These. Die Betroffenen bekommen einen warmen Händedruck. Und das wars dann von Seiten der Offiziellen.

Weiterlesen

Wal Timmy
322 Interaktionen
Tränen um Timmy
de
103 Interaktionen
WM-Start geglückt

MEHR AUS STADT ZüRICH

Daniel Rüegg
Unispital Zürich
dd
5 Interaktionen
In Unterzahl
de
24 Interaktionen
3:1-Auswärtssieg
14 Interaktionen
Zürich