Überstürzt oder überfällig? Jagdgesetz-Revision spaltet Verbände

    Keystone-SDA
    Keystone-SDA

    Bern,

    Die vorgeschlagene Revision des Jagdgesetzes ist aus Sicht der Umweltorganisationen unnötig und überstürzt. Für den Schweizer Bauernverband (SBV) hingegen gehen die Änderungen nicht weit genug.

    Der Bundesrat hat das Jagdgesetz erneut ins Auge gefasst: Für Naturschutzorganisationen kommt die Revision zu früh, für den Bauernverband ist sie hingegen längst überfällig. (Arch...
    Der Bundesrat hat das Jagdgesetz erneut ins Auge gefasst: Für Naturschutzorganisationen kommt die Revision zu früh, für den Bauernverband ist sie hingegen längst überfällig. (Arch... - KEYSTONE/OLIVIER MAIRE

    Auf Forderung des Parlaments hatte der Bundesrat vorgeschlagen, dass sogenannte Problemwölfe künftig ohne Schonzeit im Februar und März erlegt werden dürfen – auch in eidgenössischen Jagdbanngebieten. Die am Freitag zu Ende gegangene Vernehmlassung offenbart jedoch tiefe Gräben zwischen Umwelt- und Landwirtschaftsverbänden.

    Die Naturschutzorganisationen Pro Natura, BirdLife Schweiz und die Gruppe Wolf Schweiz verlangen einen Abbruch der Vorlage. Da die letzte Jagdgesetzrevision erst am 1. Februar 2025 in Kraft getreten sei, müssten zunächst Praxiserfahrungen gesammelt werden.

    Es bestehe keine Notwendigkeit, jetzt schon zu gesetzgeberischen Massnahmen zu greifen und so noch mehr Möglichkeiten für den Abschuss von Wölfen zu schaffen. Abschüsse in Jagdbanngebieten lehnten die Organisationen kategorisch ab.

    Der Schweizer Bauernverband (SBV) und die Schweizerische Arbeitsgemeinschaft für die Berggebiete (SAB) beurteilen die Pläne dagegen als unzureichend. Die bürokratischen Auflagen für Abschüsse in Schutzgebieten seien zu hoch, kritisierte der SBV.

    Dass vor einem Abschuss im Jagdbanngebiet zwei Angriffe auf geschützte Herden nachgewiesen werden müssen und Drohnenüberflüge zur Tiersuche dort verboten bleiben, machten die Pläne zur wirkungslosen Minimallösung. Die SAB verlangt deshalb verbindliche Bestandsobergrenzen, ab denen Wölfe und Rudel sofort erlegt werden können.

    Mehr zum Thema:

    Kommentare

    User #5190 (nicht angemeldet)

    Wir leben bereits in einer gespaltenen Gesellschaft. Egal bei welchem Thema. Alle sind dermassen streitsüchtig und voll von Hass dass es nicht mehr normal ist.

    Luxy-1

    Nein es ist absolut nicht überstürzt, das Problem wächst uns über den Kopf wenn nicht endlich mal gehandelt wird.

    Weiterlesen

    Roger Federer Anwesen Zürichsee
    59 Interaktionen
    70-Millionen-Anwesen
    Magic Pass
    Für Magic Pass

    MEHR AUS STADT BERN

    Kanton Bern
    Kanton Bern
    a
    18 Interaktionen
    Wegen Spott
    marronibäume bern
    1 Interaktionen
    Das steckt dahinter