Trübt sich der Olympia-Traum?

    Franco Arnold
    Franco Arnold

    Sion,

    Nachhaltig, kleiner und billiger sollen die Olympischen Spiele werden. Das Kandidatur-Dossier «Sion 2026» umfasst mehrere Kantone. Doch innerhalb des Standortkantons Wallis kommen Unstimmigkeiten auf.

    Das Olympische Feuer lodert im Wallis - wenn auch nicht bei allen gleich stark. (Bild: Olympisches Feuer in Pyeongchang)
    Das Olympische Feuer lodert im Wallis - wenn auch nicht bei allen gleich stark. (Bild: Olympisches Feuer in Pyeongchang) - Keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Bei der Kandidatur für «Sion» gibt es Unstimmigkeiten.
    • Die Kantone wollen ihre Polizeikräfte nicht kostenlos an die Austragungsorte entsenden.
    • Unterwalliser Parlamentarier wollen die geplanten Curling-Wettbewerbe aus dem deutschsprachigen Kantonsteil ins Welschwallis holen.

    Einen Dämpfer erhielt das Olympia-Dossier «Sion 2026» letzte Woche: Die Kantone verkündeten, sie wollten keine Gratis-Polizisten zu den allfälligen Olympischen Spielen 2026 zu senden (Nau berichtete). Die Kantone Wallis, Bern, Graubünden, Freiburg und Waadt müssen die Zeche also selber übernehmen.

    Und nun der nächste Dämpfer: Innerhalb des Wallis wachsen die Begehrlichkeiten. So forderten Unterwalliser Parlamentarier, die Curling-Wettbewerbe im französischsprachigen Champéry auszutragen - und nicht wie vorgesehen in Visp. Im Oberwallis hat man wenig Verständnis für diese Forderung - ausser bei den Linken, die den Olympia-Träumen generell nichts abgewinnen können und Olympia-Curling (und ein allfälliges Defizit) gemäss «Walliser Bote» mit Sicherheit nicht in der Visper Hockey-Halle wollen.

    Verhindert der «Kantönli-Geist» Olympia?

    Die Antwort der Walliser Regierung auf die lokalen Forderungen ist deutlich. «Wir können nicht alle lokalen Erwartungen berücksichtigen und dürfen auch keinen Kantönli-Geist an den Tag legen», so Staatsrat Jacques Melly. Dafür sei Olympia viel zu wichtig. Doch wäre es nicht das erste Mal, dass den Schweizern der Kantönli-Geist im Weg steht.

    Die Walliser Olympia-Träume sind Ende letzte Woche bereits ein wenig trüber geworden. Wie wirken sich die Nicht-Unterstützung der Kantone sowie die kantonsinternen Misstöne aus? Das zeigt sich am 10. Juni 2018. Dann stimmen die Walliser über Olympia ab.

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