SVP kündet Economiesuisse die Liebe auf

    Christof Vuille
    Christof Vuille

    Bern,

    Die SVP leckt nach der Abstimmungsniederlage ihre Wunden. Präsident Albert Rösti ist stinksauer auf den Wirtschaftsdachverband Economiesuisse.

    Flavia Kleiner, Co-Präsidentin der Operation Libero, links, und Heinz Karrer, Präsident Economiesuisse, vom Nein-Bündnis zur Selbstbestimmungsinitiative unterhalten sich, am Sonntag, 25. November 2018, in Bern.
    Flavia Kleiner, Co-Präsidentin der Operation Libero, links, und Heinz Karrer, Präsident Economiesuisse, vom Nein-Bündnis zur Selbstbestimmungsinitiative unterhalten sich, am Sonntag, 25. November 2018, in Bern. - Keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Economiesuisse kämpfte an vorderster Front gegen die Selbstbestimmungsinitiative.
    • SVP-Granden drohen dem Wirtschaftsverband mit Liebesentzug bei anderen Abstimmungen.
    • «Der Ärger ist in der Basis und auch in der Fraktion gross», sagt Präsident Rösti.

    Einmal mehr kämpfte die SVP alleine gegen alle anderen Parteien, Verbände und Organisationen. Nach dem deutlichen Nein zur Selbstbestimmungsinitiative feierten diese am Sonntag frenetisch. Die Exponenten der Operation Libero, linken Parteien und des Wirtschaftsdachverbands Economiesuisse lagen sich medial sichtbar in den Armen.

    Albert Rösti
    Der frühere SVP-Chef Albert Rösti. - Keystone

    Bei der SVP kam vor allem das Engagement der Wirtschaft überhaupt nicht gut an. Parteipräsident Albert Rösti bestätigt auf Anfrage, was viele SVP-ler munkeln: «Die Verärgerung über das komplett ausgeartete Engagement von Economiesuisse ist in der Basis und auch in der Fraktion gross.»

    Albert Rösti: «Das ist diesem Verband unwürdig»

    Wie sich Präsident Heinz Karrer mit den Linken habe feiern lassen, sei «diesem Verband unwürdig». Der Wirtschaft sei es nicht um die Sache gegangen, «sondern darum, der SVP eins auszuwischen», sagt Rösti. «Damit hat sie sich selbst entlarvt.»

     In ihrem «Hass auf die SVP» hätten die Wirtschaftsverbände sogar die Steuerreform in Bern verloren. Das müsse in den Verbänden zu denken geben.

    SVP-Gegner organisieren sich

    Sicher ist: Die Beziehung zwischen der grössten Partei und dem grössten Wirtschaftsverband des Landes ist stark belastet. Auch wenn mit Magdalena Martullo-Blocher die SVP-Vizepräsidentin im Vorstand sitzt. Unter dem Namen «stark + vernetzt» haben sich mit Economiesuisse rund 70 Organisationen und Parteien zu einer Anti-SVP-Kampftruppe zusammengeschlossen.

    Ebenfalls am Event anwesend war Andrea Huber von der Allianz der Zivilgesellschaft Schutzfaktor M und Regula Rytz, Präsidentin der Grünen (r.)
    Ebenfalls am Event anwesend war Andrea Huber von der Allianz der Zivilgesellschaft Schutzfaktor M und Regula Rytz, Präsidentin der Grünen (r.) - Keystone

    Diese plant bereits die nächsten Kämpfe gegen rechts. 2019 steht wohl die Abstimmung über das verschärfte Waffenrecht und die drohende Kündigung des Schengen-Abkommens an. Kurze Zeit später entscheidet die Bevölkerung über die «Begrenzungs-Initiative», die eine Kündigung der Personenfreizügigkeit in Kauf nimmt.

    Kommentare

    Weiterlesen

    257 Interaktionen
    Party in Bern
    14 Interaktionen
    LIVE-Schaltung
    1 Interaktionen
    Nur 48 Prozent

    MEHR AUS STADT BERN

    Fribourg-Gottéron SC Bern
    National League
    12 Interaktionen
    Bern
    Mitgliederkarten der verschiedenen Krankenkassen liegen auf einem Tisch.
    2 Interaktionen
    Kanton Bern
    Vechigen
    1 Interaktionen
    Japankäfer