Kauf von Medizinprodukten im Ausland soll vergütet werden können

    Keystone-SDA
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    Bern,

    Wer im europäischen Ausland günstig Stützstrümpfe, Verbandsmaterial oder Blutzuckerteststreifen privat beschafft, soll diese Kosten künftig von der Krankenkasse vergütet bekommen. Das hat der Bundesrat am Mittwoch beschlossen. Nun kann das Parlament entscheiden.

    Das Bundeshaus (symbolbild)
    Das Bundeshaus in Bern. (Symbolbild) - keystone

    Die Vergütung von im Vergleich zur Schweiz günstigeren Medizinprodukten aus dem Europäischen Wirtschaftsraum hatte das Parlament mit einer Motion verlangt. Der Bundesrat schlägt nun vor, das Krankenversicherungsgesetz (KVG) entsprechend zu ändern. Die teilweise niedrigeren Preise im Ausland könnten die Kosten dämpfen und den Wettbewerb fördern, argumentiert er.

    Derzeit werden Mittel und Gegenstände, die eine in der Schweiz versicherte Person privat im Ausland erwirbt, grundsätzlich nicht von den Krankenkassen vergütet. Grund dafür ist das sogenannte Territorialitätsprinzip. Damit können die Versicherten nur in Ausnahmefällen vom manchmal günstigeren Angebot im Ausland profitieren.

    In Zukunft sollen die Krankenkassen verpflichtet sein, die Kosten für im Ausland eingekaufte medizinische Mittel und Gegenstände zurückzuerstatten. Welche Produkte darunterfallen, ist noch nicht genau entschieden. Insbesondere gehe es aber um Verbrauchsmaterialien wie Inkontinenzmaterial, gewisses Verbandsmaterial, Stomaartikel oder Blutzuckerteststreifen, schreibt der Bundesrat. Die Details werden dann in einer Verordnung geklärt.

    Die in der Vorlage des Bundesrats angedachten Produkte machen rund die Hälfte des Kostenvolumens der sogenannten Liste für Mittel und Gegenstände aus. 2023 beliefen sich die Kosten auf 727 Millionen Franken.

    Die effektiven Einsparungen durch die neuen Regeln hängen laut dem Bundesrat auch davon ab, ob Versicherer und Versicherte dann von dieser Option Gebrauch machen. Der Bundesrat behält sich nach eigenen Angaben die Möglichkeit vor, die Neuerung befristet umzusetzen, um die Auswirkungen zu bewerten und gegebenenfalls Anpassungen vorzunehmen.

    Kommentare

    User #5138 (nicht angemeldet)

    Pflästerli-Politik zur Stärkung unserer Hochpreis-Insel. Solange nicht restlos alles was in einer ausländischen Apotheke gekauft werden kann auch von unseren Krankenkassen vergütet wird, werden unsere Prämien weiter jedes Jahr ansteigen. Die Lobbyisten in Bern in Kombination mit unseren Parlamentariern werden dafür sorgen, dass kein günstiger Einkauf im Ausland möglich sein wird.

    User #3023 (nicht angemeldet)

    Aha, wer den Aufwand nicht scheut bzw. kann (Stoma-Patienten...) soll es vergütet erhalten. Man zäume das Pferd am Schwanz auf!

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