Nach der Niederlage vor Bundesgericht will Jolanda Spiess-Hegglin eine «Pause» einlegen. Die Netz-Aktivistin macht Internet-Hass dafür verantwortlich.
Jolanda Spiess-Hegglin
Jolanda Spiess-Hegglin ist oft in Gerichten anzutreffen. - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Netzaktivistin Jolanda Spiess-Hegglin will für einige Wochen oder Monate «Pause» machen.
  • Nach ihrer Niederlage vor Bundesgericht plant eine Journalistin ein umstrittenes Buch.

Über Jahre hinweg hat Jolanda Spiess-Hegglin dagegen gekämpft, dass die Tamedia-Journalistin Michèle Binswanger ein Buch über sie veröffentlichen darf. Darin sollen die Ereignisse der Zuger Landammanfeier von 2014 neu aufgerollt werden.

Michele Binswanger
Die Tamedia-Journalistin Michèle Binswanger (rechts) – hier bei einer Ehrung zur «Journalistin des Jahres» –will ein Buch über die Landammanfeier schreiben. - Keystone

Das Bundesgericht ist nun wegen Formfehlern nicht auf Spiess-Hegglins Beschwerde eingetreten. In der Folge schlug der Chefin des Vereins «Netzcourage» viel Häme entgegen. «Es ist für uns ganz klar, dass wir das nicht so stehenlassen können und werden», schreibt die 41-jährige auf ihrer Webseite nun zum Urteil.

Jolanda Spiess-Hegglin: Es steht «zu viel» auf dem Spiel

«Trollaccounts» würden «wie Pilze» aus dem Boden schiessen, klagt Spiess-Hegglin. Diese würden Medienartikel verlinken, für welche die Verantwortlichen Rügen kassiert hätten und verurteilt wurden. «Ich kam die letzten Tage kaum mit Blockieren dieser bösartigen Erscheinungen nach.»

Jolanda Spiess-Hegglin
Die ehemalige Zuger Kantonsrätin Jolanda Spiess-Hegglin hat vor Bundesgericht verloren. - Keystone

Sie sei nun an einem Punkt angekommen, an dem sie noch nie gewesen sei. «Ich muss eine Pause einlegen», so die Zugerin. «Zu viel» stehe auf dem Spiel. Schliesslich wolle sie Prozesse zu Ende führen, damit sich ihre Geschichte nicht wiederhole.

Während «ein paar Wochen, vielleicht Monate» werde sie in den sozialen Medien nicht mehr auf Angriffe reagieren. Sie fokussiere sich aufs Wesentliche: Ihre Arbeit für Netzcourage, ihre Familie und die Prozesse. «Und dann bin ich wieder da», kündigt sie bereits ihre Rückkehr an.

Wie es mit dem Verein «Netzcourage» weitergeht, ist indes unsicher. Die ehemalige grüne Kantonsrätin schreibt offen: «Es ist noch nicht sicher, ob wir das Jahr überstehen.» Grund für die schlechten Aussichten: Nach einem Eklat auf Twitter drehte der Bund ihr den Geldhahn zu.

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