Bundesrat

    Entwarnung für Superreiche: Bundesrat lehnt Wegzugssteuer ab

    Matthias Bärlocher
    Matthias Bärlocher

    Bern,

    Die Juso-Initiative für eine Erbschaftssteuer von 50 Prozent hat viele Vermögende aufgeschreckt. Nun beschwichtigt der Bundesrat.

    erbschaftssteuer
    Die Erbschaftssteuerinitiative der Juso fordert einen Steuersatz von 50 Prozent ab einer Summe von 50 Millionen Franken bei Nachlass und Schenkungen. (Archivbild) - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Wegen der Erbschaftssteuerinitiative wollen viele Reiche vorsichtshalber auswandern.
    • Doch was ist, wenn es stattdessen eine Wegzugssteuer geben sollte?
    • Der Bundesrat schafft nun Klarheit.

    Vermögende Unternehmer können sich wieder entspannen. Selbst wenn die Juso-Initiative angenommen würde, was unwahrscheinlich ist, könnten vermögende Bürger auch nach dem Abstimmungstag die Schweiz verlassen. Und zwar ohne, dass dies zur Erhebung der von der Juso geforderten Erbschaftssteuer von 50 Prozent führen würde.

    Bundesrat schafft Klarheit: Keine Wegzugssteuer

    Unternehmer wie Peter Spuhler oder Bernhard Alpstaeg kündigten an, wohl vorsichtshalber auszuwandern. Nun gibt der Bundesrat in seiner Antwort auf einen FDP-Vorstoss teilweise Entwarnung. Nationalrätin Daniela Schneeberger (FDP/BL) wollte unter anderem wissen, ob die Steuerflucht allenfalls mit einer «Wegzugssteuer» verhindert werden würde.

    Peter Spuhler «Arena»
    Stadler-Rail-Unternehmer Peter Spuhler befürchtet wegen der Juso-Erbschaftssteuerinitiative grosse Schäden für die Schweizer Wirtschaft. Er warnte im vergangenen Sommer etwa damit, dass er zu einem Wegzug nach Österreich gezwungen wäre. - keystone

    Eine solche lehne der Bundesrat ab, heisst es nun in der schriftlichen Antwort des Bundesrats. Zwar, betont der Bundesrat, könne man den demokratischen Prozessen bei der allfälligen Umsetzung der Initiative nicht vorgreifen. Die Landesregierung strich aber die rechtlichen Schwierigkeiten einer solchen Steuer heraus.

    Rechtliche Probleme bei Umsetzung der Erbschaftssteuerinitiative

    Zudem, hält der Bundesrat fest, müsse jede Umsetzung der Erbschaftssteuerinitiative im Einklang mit dem Völkerrecht und der Verfassung stehen.

    Wirst du für die Erbschaftssteuerinitiative der Juso stimmen?

    Das bedeute auch, dass es keine Beschränkungen oder Verbote für den Wegzug geben könne. Selbst wenn die Juso-Initiative angenommen würde, könne die Regierung vermögenden Bürgern nicht die Ausreise verweigern.

    Pensionsalter
    Ein Formular für die Erbschaftsteuererklärung sowie Stift und Testament liegen auf einem Tisch. (Symbolbild) - Hans-Jürgen Wiedl/dpa-Zentralbild/dpa

    In seiner Antwort kommt der Bundesrat auch zum Schluss, dass eine rückwirkende Besteuerung von Erbschaften «staatspolitisch höchst problematisch» sei.

    Die Erbschaftssteuerinitiative der Juso verlangt eine Erbschaftssteuer von 50 Prozent auf Erbschaften über 50 Millionen Franken. Mit dem so eingenommenen Geld sollen Massnahmen gegen den Klimawandel finanziert werden. Eine endgültige Stellungnahme des Bundesrats zur Volksinitiative und ihrer möglichen Umsetzung wird spätestens im Februar 2025 erwartet.

    Kommentare

    User #3898 (nicht angemeldet)

    Aber auch keine Zuzugsteuer? Menschen, die sich hier niederlassen, sollten einen Beitrag an die bestehende Infrastruktur leisten.

    User #7414 (nicht angemeldet)

    Es wird langsam aber sicher Zeit die Schweiz nach über 45-jähriger harter Arbeit als Handwerker und Mittelständler mit 17 Angestellten und Lehrlingsausbildner zusammen mit der Pensionskasse, AHV und dem Ersparten in Richtung Karibik oder Thailand zu verlassen

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