Ehe für alle: Heirat für gleichgeschlechtliche Paare ermöglichen

    Stefan Schönbächler
    Stefan Schönbächler

    Bern,

    Die Ehe für alle kam am 26. September 2021 vor das Schweizer Stimmvolk. Die Gesetzesänderung soll gleichgeschlechtlichen Paaren die Heirat ermöglichen.

    Das Wichtigste in Kürze

    • Am 26. September 2021 wurde über die Gesetzesvorlage «Ehe für alle» abgestimmt.
    • Die Gesetzesänderung ermöglicht gleichgeschlechtlichen Paaren die zivile Heirat.
    • Ihnen wird dadurch unter anderem auch die Annahme einer Samenspende ermöglicht.

    Am 26. September 2021 entschied die Schweiz über die Gesetzesänderung zur «Ehe für alle». Ziel ist es, gleichgeschlechtlichen Paaren dieselben Rechte zu ermöglichen, die Paare verschiedenen Geschlechts derzeit geniessen. Fakt ist, dass die Schweiz eines der letzten Länder in Westeuropa ist, das noch keine gleichgeschlechtliche Ehe zulässt.

    Am 18. Dezember 2020 stimmte das Schweizer Parlament mit grosser Mehrheit der Annahme der Gesetzesänderung zu. Ende April wurde das fakultative Referendum ergriffen. Im Referendumskomitee befinden sich insbesondere Vertreter der SVP und der christlichen Partei EDU.

    Die Ehe für alle wurde mit 64,1 Prozent der Stimmen angenommen. Die Stimmbeteiligung lag bei 52,6 Prozent.

    Die Folgen einer Ehe für alle

    Die Gesetzesvorlage soll verschieden- und gleichgeschlechtliche Ehepaare gleichstellen. Neu sollen auch zwei Männer oder zwei Frauen zusammen eine zivile Ehe eingehen können. Die eingetragene Partnerschaft wird abgeschafft, da sie den Anforderungen einer rechtlichen Gleichstellung nicht gerecht wird. Gesetzlich gibt es Änderungen im Bereich der Adoption, Fortpflanzungsmedizin und der erleichterten Einbürgerung.

    Hier gibt es eine Übersicht zu den Änderungen und Informationen rund um die Gesetzesänderung der Ehe für alle.

    Ehe für alle
    Die Ehe für alle ermöglicht die Heirat zwischen zwei Männern oder zwei Frauen. - keystone

    Bundesrat und Parlament sind dafür

    Der Bundesrat und das Parlament empfehlen, dass die Gesetzesänderung zur «Ehe für alle» angenommen wird. Die momentane gesetzliche Ungleichbehandlung, die insbesondere im Bereich der Fortpflanzungsmedizin existiert, solle behoben werden. Ausserdem hat der Bund eine Verfassungswidrigkeit der Vorlage geprüft und widerlegt. Betont wird, dass die Ehe zwischen Mann und Frau dieselbe bleibe – niemand verliere etwas.

    Erfahren Sie hier mehr über die Empfehlung von Bundesrat und Parlament.

    Befürworter befinden Ehe für alle als «längst überfällig»

    Für die Befürworter der «Ehe für alle» ist diese Form der Gleichberechtigung «längst überfällig». Es sei lediglich der nächste Schritt in der Weiterentwicklung der Ehe als Institution.

    Wichtig sei, dass Kinder von Eltern, die eine Samenspende genutzt haben, durch die Gesetzesänderung ebenfalls eine bessere rechtliche Absicherung erhalten. Die Ehe für alle hat ausserdem eine wichtige Signalwirkung zur Akzeptanz von gleichgeschlechtlichen Paaren – insbesondere für junge Menschen.

    Die Argumente der Befürworter einer Ehe für alle finden Sie hier.

    Ehe für alle
    «Ja, ich will» lautet der Slogan der Befürworter-Kampagne der Ehe für alle. - keystone

    Gegner wollen Ehe nur zwischen Mann und Frau

    Das Referendumskomitee stört sich insbesondere an der Neudefinition der Ehe. Sie sei ausschliesslich ein Bund zwischen Mann und Frau. Zudem bräuchten Kinder Vorbilder beider Geschlechter. Die Gegner der Gesetzesvorlage sehen in der Ausweitung der Zulassung von Samenspenden ausserdem eine Verfassungswidrigkeit.

    Hier finden sich die Argumente der Gegner im Referendumskomitee in einer Übersicht.

    Ehe für alle
    Anian Liebrand, Koordinator Referendumskomitee «Nein zur Ehe für alle», präsentiert die Anzahl der Unterschriften bei deren Einreichung. - keystone

    Kommentare

    Weiterlesen

    1 Interaktionen
    Berlin
    «Ehe für alle» Longchamp
    300 Interaktionen
    Gesellschaftswandel
    Kirche «Ehe für alle»
    81 Interaktionen
    Papst ist dagegen

    MEHR EHE FüR ALLE

    Ehe für alle startet in Thailand
    1 Interaktionen
    Rekordzahl
    Ehe für alle startet in Thailand
    Thailand
    5 Interaktionen
    In 120 Tagen
    Thailand
    Ehe für alle

    MEHR AUS STADT BERN

    Rapperswil-Jona Lakers SC Bern
    Biel schlägt HCD
    YB Frauen FC Luzern
    1 Interaktionen
    In Unterzahl!
    Dr. Sarah Schläppi
    9 Interaktionen
    «Sarah hat Recht»