Berichte zum Schweizer Atomendlager an Nachbarstaaten übermittelt
Die Schweiz hat Deutschland und Österreich die Berichte zu den Umweltauswirkungen des geplanten Atomendlagers Nördlich Lägern im Grenzgebiet der Kantone Zürich und Aargau übermittelt. Die Berichte sind Teil des Rahmenbewilligungsverfahrens.

Wie das Bundesamt für Energie (BFE) am Donnerstag mitteilte, hat die Nationale Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle (Nagra) die Berichte zum geplanten Endlager und zur geplanten Brennelemente-Verpackungsanlage in Würenlingen AG erstellt.
Die Berichte beschreiben die möglichen Umweltauswirkungen in den Nachbarländern sowie geplante Massnahmen zum Schutz von Mensch und Umwelt. Dadurch erhalten Behörden, Organisationen sowie die betroffene Öffentlichkeit in den Nachbarstaaten die Möglichkeit, zu den Gesuchen Stellung zu nehmen, wie das BFE festhält.
Die Behörden im Ausland würden das Mitwirkungsverfahren für ihre Bevölkerung zeitgleich mit der öffentlichen Auflage in der Schweiz organisieren. Die Berichte wurden auf der Webseite des BFE veröffentlicht.
Mit der Übermittlung komme die Schweiz ihren internationalen Verpflichtungen nach und stärke die grenzüberschreitende Zusammenarbeit bei der Entsorgung radioaktiver Abfälle, schrieb das BFE. Die Berichte seien gemäss Vorgaben des Espoo-Übereinkommens erstellt worden, das die Umweltverträglichkeitsprüfung bei grenzüberschreitenden Vorhaben regle.
Das internationale Abkommen verpflichtet den Ursprungsstaat, Nachbarländer über erhebliche nachteilige Umweltauswirkungen zu informieren und deren Bevölkerung Mitwirkungsrechte einzuräumen. Zudem muss die Schweiz die Ergebnisse der Anhörungen beim finalen Bewilligungsentscheid berücksichtigen.
Das Schweizer Tiefenlager für radioaktive Abfälle soll im Gebiet Nördlich Lägern errichtet werden. Das Gebiet liegt in den Kantonen Zürich und Aargau, nordwestlich von Bülach ZH.
Nach Angaben der Nagra lassen sich dort radioaktive Abfälle in mehreren Hundert Metern Tiefe in Gesteinsschichten (vor allem Opalinuston) einschliessen. Im November 2024 reichte die Nagra beim Bund das Rahmenbewilligungsgesuch für das Tiefenlager in Nördlich Lägern ein.






