Phil Collins: Leute verabschiedeten sich schon von ihm im Spital
Phil Collins lag 2024 im Koma und kämpfte um sein Leben. In einem Interview spricht er nun erstmals offen die schwierige Zeit.

Das Wichtigste in Kürze
- Phil Collins erlitt 2024 Organversagen und schwebte zeitweise in Lebensgefahr.
- Seine Angehörigen bereiteten sich damals bereits auf einen Abschied vor.
- Nervenschäden und Alkoholfolgen begleiten den Musiker bis heute dauerhaft.
Phil Collins (75) war im Frühjahr 2024 dem Tod näher, als es lange bekannt war. Im Interview mit der «Sunday Times» spricht der Ex-Genesis-Frontmann erstmals ausführlich über die schwierigen Wochen. Es war eine Zeit, in der seine Familie mit dem Schlimmsten rechnen musste.
«Meine Nieren versagten, meine Organe stellten ihren Dienst ein», sagt Collins. Die Lage sei zeitweise so kritisch gewesen, dass sogar über lebenserhaltende Massnahmen gesprochen wurde. Vieles davon habe er selbst gar nicht mitbekommen.
Für seine Angehörigen ging es damals um Leben und Tod. «Die Leute kamen, um sich zu verabschieden», so Collins. «Alle hatten Angst, dass sie mich nie wiedersehen würden.» Er ergänzt: «Es mussten Entscheidungen getroffen werden, ob man Phil Collins am Leben erhalten soll oder nicht.»
Phil Collins hatte jahrelange Alkoholprobleme
Dass es so weit kam, führt der Musiker auch auf seine jahrelangen Alkoholprobleme zurück. Nach privaten Krisen verlor er zunehmend die Kontrolle über seinen Konsum. Irgendwann begann für ihn bereits der Morgen mit Alkohol.
«Ich habe Wein getrunken, sobald ich wach war. Das war es, was ich zum Frühstück wollte: Ein Glas Wein», erzählt er.
Mehrfach musste Collins in dieser Zeit medizinisch behandelt werden. Ende 2023 wurde er erneut ins Spital eingeliefert. Kurz vor Weihnachten kam er wieder frei, wenige Wochen später folgte die Einlieferung auf die Intensivstation. Insgesamt verbrachte er rund sieben Monate im Spital.
Heute blickt Collins mit einigem Abstand auf diese Zeit zurück. «Ich hatte grosses Glück, da wieder herauszukommen», sagt er. Seither habe er keinen Alkohol mehr angerührt. Seine Bauchspeicheldrüse sei dauerhaft geschädigt, auch die Nieren arbeiteten nur noch eingeschränkt.
Phil Collins kann nur noch mit Krücken gehen
Die Krankheit hat auch körperlich Spuren hinterlassen. Collins kann nur noch mit Krücken gehen. Nervenschäden verhindern zudem, dass er noch Schlagzeug spielen kann. Für den Musiker ist das besonders schmerzhaft: «Ich wünschte, ich könnte noch spielen.»
Wichtiger als jeder frühere Erfolg sind ihm inzwischen die Momente mit seiner Familie. Bei einem Treffen zum Jahreswechsel wurde ihm bewusst, wie knapp er dem Tod entkommen war.

An seiner Seite sass auch Tochter Lily Collins (37). «Es hätte alles schrecklich schiefgehen können», sagt Collins heute. Statt eines endgültigen Abschieds bekam die Familie noch einmal gemeinsame Zeit geschenkt.












