Nick Reiner fordert Geld seiner getöteten Eltern für Verteidigung

    Luca Micheli
    Luca Micheli

    USA,

    Um seine Verteidigung vor Gericht bezahlen zu können, fordert Nick Reiner die Herausgabe eines Fonds seiner getöteten Eltern. Es geht um Millionen.

    Nick Reiner
    Der Angeklagte Nick Reiner während einer Gerichtsverhandlung in Los Angeles im Februar 2026. - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Im Mordfall um seine Eltern hat Nick Reiner einen umfassenden Antrag gestellt.
    • Er fordert die Herausgabe eines millionenschweren Fonds seiner Eltern, um Gerichtskosten zu decken.
    • Der 32-Jährige wurde im Dezember 2025 wegen zweifachen vorsätzlichen Mordes angeklagt.

    Im Mordfall um den renommierten US-Regisseur Rob Reiner (†78) und seine Ehefrau Michele Singer (†70) gibt es eine neue Entwicklung.

    Ihr angeklagter Sohn Nick Reiner (32) fordert die Freigabe von Geldern. Und zwar aus dem Nachlass seiner Eltern, die er selbst getötet haben soll. Wie bitte?

    Nach seinen Angaben sollen die Mittel aus einem Treuhandfonds dazu dienen, die Kosten seiner Verteidigung im laufenden Strafverfahren zu decken.

    Michele Reiner Rob Reiner
    Rob Reiner und seine Ehefrau Michele wurden am 14. Dezember 2025 tot aufgefunden. (Archivbild) - keystone

    In einem 136 Seiten umfassenden Antrag an ein Gericht in Los Angeles legt Reiner dar, weshalb ihm die Auszahlung seiner Ansicht nach längst zusteht.

    Demnach wartet er seit rund zwei Jahren auf die Freigabe von etwa 1,5 Millionen US-Dollar (knapp 1,2 Millionen Franken). Aber: Da ihm der Zugang zu dem Geld bislang verwehrt worden sei, habe er seinen früheren Verteidiger, den bekannten Anwalt Alan Jackson, nicht weiter bezahlen können.

    Rob Reiner hatte mehrere Fonds eingerichtet

    Seine Anwälte betonen in dem Schriftsatz, ihr Mandant habe eine enge Bindung zu seinen Eltern gehabt und leide schwer unter deren Tod. Zugleich stellen sie klar, dass die Umstände des Verbrechens nicht Gegenstand des aktuellen Rechtsstreits seien. Dieser betreffe ausschliesslich die Frage, ob Reiner Anspruch auf die Gelder aus dem Treuhandvermögen habe.

    Rob Reiner
    Rob Reiner mit Ehefrau Michele und Sohn Nick im Jahr 2013 in Los Angeles – damals noch scheinbar glücklich. - Getty Images

    Im Mittelpunkt steht einer von drei Fonds, die Rob Reiner und seine Frau Michele für ihre Kinder eingerichtet hatten. Laut Antrag sieht die Vereinbarung vor, dass Nick Reiner mit Vollendung seines 30. Lebensjahres die Hälfte des Vermögens erhält. Den Rest fünf Jahre später.

    Seine Anwälte argumentieren, diese Regelung sei verbindlich und an keine weiteren Bedingungen geknüpft.

    Prozess wird im September fortgesetzt

    Der mehrfach ausgezeichnete Regisseur («Harry und Sally») und die Fotografin waren Mitte Dezember tot in ihrem Anwesen in Los Angeles entdeckt worden. Die Ermittler stellten fest, dass das Ehepaar durch Messerstiche ums Leben gekommen war.

    US-Medien zufolge soll es am Abend vor der Tat auf einer Veranstaltung des Moderators und Komikers Conan O'Brien (63) zu einem Streit zwischen Nick Reiner und seinen Eltern gekommen sein. Über den Hintergrund der Auseinandersetzung ist bislang nichts bekannt.

    Nick Reiner weist die gegen ihn erhobenen Vorwürfe zurück und hat vor Gericht auf nicht schuldig plädiert. Die Fortsetzung des Verfahrens wird derzeit für September erwartet.

    Verfolgst du den Gerichtsprozess um Nick Reiner?

    Der jüngste Sohn des Ehepaares hatte in der Vergangenheit mit schweren Drogenproblemen zu kämpfen. Bereits als Jugendlicher befand er sich mehrfach in Entzugseinrichtungen und war zeitweise ohne festen Wohnsitz.

    Die schwierige Beziehung zwischen Vater und Sohn verarbeitete Rob später auch künstlerisch. 2016 entstand der teilweise autobiografische Film «Being Charlie». Darin thematisierte Vater und Regisseur Rob Reiner Sucht, Familienkonflikte und den Weg zurück ins Leben.

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    Kommentare

    User #3818 (nicht angemeldet)

    tragisch, wenn er diese Gelder wirklich erhält... aber hier wird das Testament entscheiden müssen...

    User #4845 (nicht angemeldet)

    Schreibt lieber über die ständigen Unfälle( wie Gestern auch) bei der Ausfahrt Richtung Ramsen von Stein a.Rh. kommend! Jedes Jahr mindestens 2 !!!! Verstehe nicht, warum der Kanton SH das nicht mit einer langen Ausfahrt regelt !!!! Der Platz ist gegeben!!!!

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