New Mexico erhebt Anklage gegen Epstein-Vertraute
Der US-Bundesstaat New Mexico verklagt zwei Vertraute von Jeffrey Epstein. Sie sollen dem Sexualstraftäter bei dessen Taten geholfen haben.

Das Wichtigste in Kürze
- New Mexico verklagt den früheren Anwalt und den Buchhalter von Jeffrey Epstein.
- Der Anwalt soll Schweigegelder organisiert, der Buchhalter Ausgaben abgewickelt haben.
- Sie sollen nicht vom über 100 Millionen Dollar schweren Epstein-Nachlass profitieren.
Im Rahmen der Aufarbeitung der jahrzehntelangen Missbrauchstaten des Sexualstraftäters Jeffrey Epstein sind zwei Vertraute des verstorbenen US-Multimillionärs angeklagt worden. Einem früheren Anwalt Epsteins und seinem Buchhalter werde vorgeworfen, «über Jahre hinweg die Straftaten und den Menschenhandel Jeffrey Epsteins ermöglicht und erleichtert zu haben», sagte Raúl Torrez, Generalstaatsanwalt des US-Bundesstaates New Mexico.
Epstein hatte über Jahre einen Missbrauchsring betrieben, dem zahlreiche junge Frauen und Minderjährige zum Opfer fielen. Die beiden nun Angeklagten hätten davon profitiert, heisst es in der Klageschrift. Der Anwalt soll demnach etwa Schweigegeldzahlungen an Opfer organisiert haben. Der Buchhalter wiederum habe Epsteins Missbrauchstaten unterstützt, indem er unter anderem Ausgaben für Dessous, Friseurbesuche und Arzttermine abgewickelt habe, so einer der Vorwürfe.
Beide haben bislang jede Beteiligung an Epsteins Straftaten und Kenntnis darüber vehement bestritten.
Ziel der Klage sei es, zu verhindern, dass die beiden Männer finanziell von Epsteins Nachlass profitieren, sagte Torrez. Die beiden seien Testamentsvollstrecker seines Nachlasses und Verwalter eines Treuhandfonds Epsteins, die ein Vermögen von mehr als 100 Millionen US-Dollar umfassten.
Torrez: Eines der schlimmsten kriminellen Netzwerke
Es dürfe keine Ausschüttung von Jeffrey Epsteins verbliebenem Vermögen an Menschen wie die beiden Angeklagten gebe, sagte Torrez. Er warf ihnen vor, an «einem der schlimmsten kriminellen Netzwerke der jüngeren amerikanischen Geschichte» beteiligt gewesen zu sein. «Wenn irgendjemand Anspruch auf eine Entschädigung aus Jeffrey Epsteins Nachlass hat, dann sind es die Opfer seiner Taten.»
Die Justizbehörden in New Mexico hatten zu Beginn des Jahres angekündigt, die Ermittlungen zu mutmasslichen Straftaten Epsteins wieder aufzunehmen. Die Ermittlungen waren in dem Bundesstaat ursprünglich 2019 auf Antrag der Staatsanwaltschaft des Southern Districts in New York eingestellt worden. Im Zentrum der Ermittlungen steht die «Zorro-Ranch» Epsteins. Der Anklageschrift zufolge soll es dort über 20 Jahre lang zu sexuellem Missbrauch und Menschenhandel gekommen sein. Die Ermittlungen dazu hielten an, so Torrez nun.









