Acht Millionen Komödien-Fans: 2019 erreichten Dieter Hallervorden und Alwara Höfels als Duo so viele Zuschauer wie ein «Tatort». Nun kommt die Serie dazu. Die Hauptdarsteller haben grossen Anteil am Drehbuch.
Die gute Laune von Trixie Kuntze (Alwara Höfels) und ihren Kindern ist für Olaf Hintz (Dieter Hallervorden) nicht wirklich ansteckend. Foto: Conny Klein/ZDF /dpa
Die gute Laune von Trixie Kuntze (Alwara Höfels) und ihren Kindern ist für Olaf Hintz (Dieter Hallervorden) nicht wirklich ansteckend. Foto: Conny Klein/ZDF /dpa - dpa-infocom GmbH

Das Wichtigste in Kürze

  • Vom Kotzbrocken zum Kumpel - die wundersame Wandlung des pensionierten Lehrers Olaf Hintz (Dieter Hallervorden) rührte 2019 ein Riesenpublikum.

Mit rund acht Millionen Zuschauern erreichte die Gesellschaftskomödie «Mein Freund, das Ekel» einen Spitzenwert für das ZDF.

Zweieinhalb Jahre später sind Hallervorden und Alwara Höfels wieder als ungleiches Paar zu sehen. Er, der Pedant. Sie, die chaotische alleinerziehende Mutter. Am Donnerstag um 20.15 Uhr geht «Mein Freund, das Ekel» sogar gleich in Serie, in drei Doppelfolgen.

Hallervorden schätzt die Rolle: «Der Olaf Hintz ist jemand, der einem Schauspieler die Möglichkeit gibt, viele Facetten zu bedienen. Er ist ja nicht nur der Knurrhahn und der Besserwisser. Er ist auch jemand, der da und dort gezwungen ist, einen Blick in seine Seele und sein Herz zu werfen. Das heisst, in den Folgen, die jetzt dem Film folgen, ist das noch mal ausgeweitet.»

Das Erfolgsrezept? «Dass Komödie und Drama dicht bei einander liegen. Es gibt Dinge, wo die Leute sich herzhaft amüsieren können. Aber es gibt auch durchaus Dinge, wo der Hintz in Situationen gerät, wo man als Zuschauer auch mal die Träne kullern lassen kann», erläutert der 86-jährige Schauspieler im dpa-Interview.

Dass der Erfolgsfilm erst jetzt eine Fortsetzung bekommt, hat ganz bestimmte Gründe, wie Hallervorden erzählt. «Wir haben beide - auch Alwara Höfels - gesagt: 'Ja, okay. Aber nur, wenn wir die Qualität mindestens halten, möglichst noch besser werden.' Und das sollte uns garantiert werden. Und dann haben wir die Drehbücher bekommen und fanden sie nicht so gut.»

Daraufhin hätten beide Hauptdarsteller am Skript gearbeitet. «Alwara Höfels vor allem, aber auch ich, haben Verbesserungsvorschläge gemacht. Und als es dann endlich in der vierten oder fünften Fassung so war, dass wir sagten 'Ja, da können wir wirklich zustimmen', dann sind wir in die Realisierung gegangen.» Der Film wurde zur Serie. Insgesamt entstanden sechs neue Folgen.

Das Besondere am Projekt: Dieter Hallervorden (86) und Sohn Johannes (23) standen erstmals gemeinsam vor der Kamera. «Wir kennen uns ja gut genug, um gut zusammen spielen zu können», sagte Hallervorden senior. «Wir haben öfter auch auf der Bühne schon zusammen gespielt. Und es war eine sehr harmonische und gedeihliche Zusammenarbeit. Ich habe im Nachhinein ja gesehen, was daraus entstanden ist im Zusammenschnitt. Und es kann sich sehen lassen.» Sein Sohn sieht das Ergebnis genauso: «Ich glaube auch, dass es ganz schön wird.»

Wie geht es nun weiter mit Olaf Hintz und der Familie Kuntze? Die schräge WG ist bedroht. Denn Hintz' Schwester Elfie (Ursela Monn) steht plötzlich vor der Tür. Sie hatte vor einem halben Jahr Trixie (Alwara Höfels) und ihren Kindern die Hälfte der Wohnung überlassen, um auf Weltreise zu gehen und ihren Bruder in guten Händen zu wissen.

Nun ist Elfie früher als erwartet wieder in Berlin und will wieder einziehen. Es kommt, wie es kommen muss: Im Streit packt Trixie ihre Sachen und sucht mit ihren Kindern Zuflucht in der Wohnung einer verreisten Freundin - in einer Hochhaussiedlung. Hier ist Trixie aufgewachsen - und wollte aus gutem Grund eigentlich nie zurück.

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