Königsleben als «Shakespeare-Tragödie»: Dokumentation

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    Wer sehr hoch fliegt, kann auch sehr tief stürzen. Vom Aufstieg und Fall des früheren Monarchen und Volkshelden Juan Carlos erzählt die vierteilige Sky-Dokuserie «Juan Carlos – Liebe, Geld, Verrat».

    Der damalige spanische König Juan Carlos und seine damalige enge Freundin Corinna zu Sayn-Wittgenstein in einer Szene der Serie «Juan Carlos - Liebe, Geld, Verrat».
    Der damalige spanische König Juan Carlos und seine damalige enge Freundin Corinna zu Sayn-Wittgenstein in einer Szene der Serie «Juan Carlos - Liebe, Geld, Verrat». - Corinna zu Sayn-Wittgenstein/Gebrüder Beetz Filmproduktion/Sky/dpa

    Das Wichtigste in Kürze

    • Nicht sehr viele Leben waren und sind so geschichts- und skandalträchtig wie das des spanischen Altkönigs Juan Carlos.

    Entsprechend fesselnd und brisant ist die vierteilige Dokuserie über den 85 Jahre alten Bourbonen, die am Sonntag auf Sky Documentaries mit den zwei ersten Folgen anläuft.

    «Juan Carlos – Liebe, Geld, Verrat» ist eine Mischung aus Politthriller, Wirtschaftskrimi und TV-Seifenoper mit viel Klatsch und Tratsch. Oder wie eine der zahlreichen Interviewten, die frühere Königshaus-Korrespondentin der Zeitung «El Mundo», Ana Romero, sich ausdrückt: «Es hat die Zutaten einer Shakespeare-Tragödie: Macht, Leid, Geld, Sex.»

    «Als wir anfingen, die investigative Serie (...) zu produzieren, waren uns die Ausmasse der politischen Dimensionen nicht bewusst», erzählt der mehrfache Grimme-Preisträger Christian Beetz, der als Produzent und Autor firmiert. «Erst Stück für Stück entblätterte sich ein Geflecht aus Intrigen, Gier und Machtspielen, welches bis in die höchsten Kreise der Gesellschaft reicht und von dem spanischen Geheimdienst CNI bis heute geschützt wird.»

    In Spanien galt er als Volksheld

    Juan Carlos war fast vier Jahrzehnte lang König und Staatsoberhaupt von Spanien. Daheim galt er lange als Volksheld und als «Retter der Demokratie», nachdem er im Februar 1981 eine Putschistengruppe mit einer resoluten Rede zur Aufgabe bewegt hatte.

    Gerüchte über Seitensprünge schadeten seinem Image kaum. Korruptionsaffären und vor allem eine ominöse Elefanten-Jagd in Afrika waren es, die zu seinem tiefen Fall führten, der auch von seiner Abdankung zugunsten von Sohn Felipe im Juni 2014 nicht aufgehalten werden konnte.

    Die Doku zeigt echte Szenen, für die die Produzenten tief im Archiv gekramt haben, aber auch zahlreiche nachempfundene. Schauplätze sind neben Madrid unter anderem auch Monaco, Genf, New York und Abu Dhabi, wo Juan Carlos seit dem Sommer 2020 im Exil lebt. In den circa 45-minütigen Folgen kommen Enthüllungsjournalisten, Königshauskenner, ein Ex-Geheimdienst-Mitarbeiter sowie Freunde und Vertraute des «Rey Emérito», des «emeritierten Königs» zu Wort.

    Belästigungsklage gegen Juan Carlos

    «Hauptdarstellerin» der Produktion ist aber zweifellos Corinna zu Sayn-Wittgenstein – eine geborene Frankfurterin, die jahrelang eine sehr enge Freundin von Juan Carlos war. Die heute 59 Jahre alte Frau nimmt wieder einmal kein Blatt vor den Mund und zerpflückt den Ex-Monarchen (und auch den spanischen Geheimdienst) nach allen Regeln der Kunst.

    Über ihre Belästigungsklage gegen Juan Carlos hat das Londoner High Court noch nicht entschieden. Sky betont, dass der Altkönig und auch Felipe VI. um Stellungnahme gebeten worden seien und sich nicht geäussert hätten. Der in der Doku erwähnte frühere Geheimdienstchef Félix Sanz Roldán sei nicht erreicht worden.

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