Klaus Kinski: Ein Rückblick zu seinem 30. Todestag

    Nau Prominews
    Nau Prominews

    Deutschland,

    Genie und Wahnsinn, Abscheu und Anziehungskraft sind Gegensätze, die wenige so vereinen wie Klaus Kinski. Ein Rückblick zum 30. Todestag.

    Klaus Kinski in Werner Herzogs Film «Fitzcarraldo».
    Klaus Kinski in Werner Herzogs Film «Fitzcarraldo». - imago images/Everett Collection

    Das Wichtigste in Kürze

    • Anlässlich des 30. Todestag gedenkt man dem deutschen Schauspieler Klaus Kinski.
    • Er vollbrachte vieles, doch war er nie zufrieden mit den Ergebnissen.
    • Seine jähzornigen Ausraster machten ihn womöglich genauso bekannt wie seine Rollen.

    65 Jahre kämpfte Klaus Kinski (1926-1991) mit sich selbst und dem Rest der Welt, bevor er am 23. November 1991 in Kalifornien das Zeitliche segnete - und das vermutlich ziemlich lautstark.

    Man kann sich doch förmlich vorstellen wie Kinski mit Petrus am Himmelstor in Streit gerät. Er glaubte ja, dass Jesus «eine Peitsche genommen» und einem Kritiker damit «in die Fresse gehauen» hätte. Wer sich dieses Bild nicht vorzustellen vermag, wechselt besser vom Himmel ins Theater. Dort erlitt Kinski einen Tobsuchtsanfall, als er das Neue Testament auf die Bühne brachte und dem «Scheiss Gesindel» entgegenschleuderte: «Das hat er gemacht, du dumme Sau!»

    Klaus Kinski
    Klaus Kinski ist für seine Cholerik mindestens genauso berühmt wie für seine Filme. Foto: Bertram/dpa - dpa-infocom GmbH

    Da drängt sich die Vorstellung des Irren vom Dienst, als er in den Edgar-Wallace-Filmen durch London wabert und plötzlich schreit: «Ich bin unschuldig!» Ebendas war der Choleriker aber wohl nicht. So schockte Tochter Pola (69) 2013 mit Missbrauchsvorwürfen gegen ihren Vater. Auch Nastassja Kinski (60) erklärte, er habe sie als Kind mit Annäherungsversuchen belästigt.

    Klaus Kinski kämpft im und mit dem Dschungel

    Gefürchtet war Kinski auch am Filmset, ein zutiefst launenhaftes Geschöpf, das einmal erklärte: «Schlechtes Benehmen halten die Leute doch nur deswegen für eine Art Vorrecht, weil keiner ihnen aufs Maul haut.» Im peruanischen Urwald, als Kinski «Fitzcarraldo» drehte, geriet er mit seinem «liebsten Feind» und Regisseur Werner Herzog (79) aneinander. Dabei drohte nicht nur Kinski seine Wünsche nach Änderungen im Drehbuch mit Backpfeifen zu untermauern.

    Nach Angaben von Herzog boten die Ureinwohner an, Kinski zu töten. Wie passend da das Bild, das der Wüterich einst über seine Gefühle malte: «Meine Empfindungen sind ein einziges Chaos. Schlingpflanzen, die mich zu ersticken drohen. Dschungel, aus dem ich mich herauskämpfen muss.»

    Werner herzog
    Regisseur Werner Herzog (83). - keystone

    Ein ums andere Mal verhedderte er sich, krakeelte und kehrte für diverse Filmprojekte doch wieder zum herzöglichen Stoiker zurück. Was will man von einem Mann erwarten, der seine eigenen Schuhe kocht, um sie zu verspeisen, also Herzog, nicht Kinski. Der verspeiste ohne zu zögern andere Filmschaffende schon zum Frühstück.

    Wie auch den Moderator der WDR-Talkshow «Je später der Abend», Reinhard Münchenhagen (80), sprichwörtlich zum Abendbrot. So ging er auf viele Fragen des Moderators überhaupt nicht ein, redete ihn aber immer wieder mit «Herr Münchhausen» an.

    Kinski: «Ich habe nicht mal richtig angefangen zu leben»

    Münchhausen war eine der wenigen Rollen, in die Kinski nicht schlüpfte. Schliesslich passt die Figur des Lügenbarons nicht zu jemandem, der immer frei von der Leber weg herausposaunte, was er dachte. Das Monster (Nosferatu), den Killer (Jack the Ripper) und den Einzelkämpfer (Fitzcarraldo) mimte Kinski mit grosser Überzeugung.

    Die Darstellung von getriebenen Figuren war sein Steckenpferd, nie kam er an, nie war es genug. Das mag einer der Gründe sein, warum Kinski nie an den Tod denken wollte: «Ich habe nicht mal richtig angefangen zu leben.»

    Kommentare

    Weiterlesen

    Nastassja Kinski
    Berlin
    Werner herzog
    Los Angeles
    Weiterbildung
    Weiterbildung hilft

    MEHR IN PEOPLE

    diana
    150 Interaktionen
    Wegen Diana-Buch
    ZFF 2026: Riesen-Promiauflauf im Kongresshaus
    10 Interaktionen
    Die Bilder!
    Marina Vlady
    Mehr als 80 Filme
    Taylor Swift
    7 Interaktionen
    Neue Musik

    MEHR AUS DEUTSCHLAND

    9 Interaktionen
    Flensburg
    Rhein
    10 Interaktionen
    Köln/Kaub
    Tanken
    16 Interaktionen
    Berlin
    Reinhard Mey
    13 Interaktionen
    13 Lieder