Cate Blanchett und Nina Hoss als Traumpaar in Venedig

    Keystone-SDA
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    Italien,

    Auf der Leinwand spielen Cate Blanchett und Nina Hoss ein Liebespaar mit gewissen Schwierigkeiten. Im echten Leben aber verstehen sich die Beiden gut, wie die Schauspielerinnen in Venedig erzählten. Dort feierte am Donnerstag ihr Film «Tàr» Premiere, ein Drama über eine Chefdirigentin (Blanchett), deren Leben ausser Kontrolle gerät.

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    Cate Blanchett als Chefdirigentin Lydia Tar in einer Szene des Films «TAR». - Florian Hoffmeister/Focus Features/Universal Pictures /dpa

    Das Wichtigste in Kürze

    • Zuvor sprachen die beiden Filmstars am Nachmittag über ihre Zusammenarbeit und Gemeinsamkeiten.

    «Ich habe Nina für ungefähr zehn Jahre gestalked», scherzte Blanchett (53), um anschliessend in Hoss' Richtung zu witzeln: «Du wirst ja rot». Die 47-jährige Hoss ergänzte: Sie hätten sich schon früher am Theater gesehen, gemeinsame Freunde, auch schon die gleiche Rolle in unterschiedlichen Inszenierungen gespielt und würden möglicherweise mit dem selben Theaterregisseur arbeiten. «Auf eine Weise haben wir ein paar Gemeinsamkeiten entdeckt.»

    Und schliesslich habe sie Regisseur Todd Field für seinen neuen Film zusammengebracht. Darin spielt Blanchett Lydia Tàr, die als Chefdirigentin der Berliner Philharmoniker so ziemlich alles erreicht hat. Mit einer Buchveröffentlichung und der Aufnahme von Gustav Mahlers 5. Sinfonie will sie ihre Karriere krönen. Doch im Hintergrund gibt es Probleme mit einer ehemaligen Bekannten, die letztlich in Missbrauchsvorwürfen gegenüber Lydia und einer Katastrophe münden.

    Blanchett spielt diese kompromisslose Frau mit einer rigorosen Wucht. Ihre Freundin Sharon (Hoss) leidet unter Lydias Härte und auch ihrer Anziehung zu verschiedenen Frauen.

    Machtmissbrauch in der Kulturwelt und Themen der LGBTIQ-Gemeinschaft: Damit spricht «Tàr» Dinge an, die derzeit häufiger thematisiert werden. Doch Blanchett hat nach eigenen Worten kein Interesse daran, Kunst für politische Zwecke zu nutzen. «Ich finde nicht, dass künstlerische Praxis ein Erziehungsmittel ist», sagte sie. «Ich bin nicht interessiert an Agitprop.»

    Was mit einem Film passiere, sobald er draussen ist, sei die andere Sache, sagte Blanchett. «Nachdem das Ding gemacht wurde, kann es politisiert werden, verbreitet, diskutiert, Menschen können davon angeekelt sein, sich verletzt fühlen oder inspiriert. Aber das ist ausserhalb unserer Kontrolle.»

    Erst bei Pressekonferenzen zum Film sei ihr aufgefallen, dass Frauen im Zentrum des Films stehen, sagte die aus Australien stammende Schauspielerin. Das sei aber nicht der Grund gewesen, warum sie sich dafür interessiert habe - sondern, weil er sich «dringlich und unverzichtbar» angefühlt habe.

    Gleichzeitig sei die Geschichte ein Märchen, sagte sie. «Es gibt bis heute keine Chefdirigentin im grossen, ehrwürdigen deutschen Orchester.» Die Strukturen in der klassischen Musikwelt seien in dieser Hinsicht noch sehr patriarchisch.

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