Vom Off-Space bis Bayreuth: Marthalers Weg zum Theaterstar
Christoph Marthalers Weg führte von Off-Produktionen als Theatermusiker über seine unverwechselbaren und erfolgreichen Produktionen an renommierten Schauspielhäusern bis auf den legendären grünen Hügel des Richard Wagner-Festivalhauses in Bayreuth.

Die Geburtsstunde des Marthaler-Theaters: Am Silvesterabend auf das eidgenössische Jubeljahr 1991 hin konfrontierte Christoph Marthaler mit der Produktion «Stägeli uf, Stägeli ab, juhee!» das Publikum erstmals mit dem absurd-komischen und zugleich melancholisch-hintersinnigen Panoptikum seines unverwechselbar eigenbrötlerischen Menschenparks.
Der internationale Durchbruch: 1993 versammelte Marthaler seinen Menschenpark an der Berliner Volksbühne zum mittlerweile legendären Abgesang auf die DDR. Die Produktion mit dem Titel «Murx den Europäer! Murx ihn! Murx ihn! Murz ihn ab!» wurde in Berlin und in halb Europa knapp 180 mal aufgeführt.
Marthaler und Horváth: 1996 inszenierte Marthaler am Schauspielhaus Hamburg Ödön von Horváths Kleinbürger-Ballade «Kasimir und Karoline». Die Marthaler-Ästhetik und Horváths sozialkritischer Blick auf die Verliererfiguren passten bestens zusammen, die Inszenierung wurde zum gefeierten Grosserfolg.
Marthaler in Zürich: Seine Intendanz am Schauspielhaus Zürich von 2002 bis 2004 stand unter einem wenig guten Stern, seine dortigen Projekte und Inszenierung aber schlugen ein. 2003 brachte er eine irrwitzige Abrechnung mit den «Groundings» der Swissair und weiteren Business-Welten auf die Pfauenbühne. Die «Hoffnungsvariante», so der Untertitel, wurde wie viele weitere seiner Zürcher Produktionen ans Berliner Theatertreffen eingeladen.
«Tristan und Isolde» in Bayreuth: Nach mehreren Operninszenierungen in Basel, Frankfurt, Brüssel und an den Salzburger Festspielen folgte 2005 Marthalers Ruf auf den grünen Hügel an die Richard Wagner-Festspiele in Bayreuth. Seine Inszenierung von «Tristan und Isolde» wurde an der Premiere noch heftig ausgebuht, bei den Wiederaufnahmen bis 2012 als überaus stimmige, weil realistisch und konkret erzählte Neuinterpretation gefeiert.






