Zwei junge Männer haben sich am Donnerstag wegen eines schief gelaufenen Autostunts in angetrunkenem Zustand im Jahr 2018 vor dem Zürcher Obergericht verantworten müssen. Einer der beiden trug unter anderem bleibende Schäden an seinen Augen davon.
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Das Zürcher Obergericht wird voraussichtlich um 11:45 urteilen. - Keystone

Einer liegt auf dem Dach, der andere lehnt sich auf der Beifahrertür sitzend aus dem Auto und filmt, der dritte fährt, beschleunigt auf der rutschigen Schotterstrasse - und verliert die Kontrolle. Der Toyota überschlägt sich auf einer abfallenden Wiese. So soll es sich laut Anklageschrift in einer Mainacht 2018, gegen 2 Uhr morgens, im Bezirk Andelfingen zugetragen haben.

Der Beifahrer hat durch den Unfall eine nur noch zehnprozentige Sehkraft auf dem rechten Auge, auch das linke Auge wurde in Mitleidenschaft gezogen. «Das wird sich nicht mehr ändern», sagte er am Donnerstag vor Gericht. An den Vorfall, durch den er auch ein schweres Schädel-Hirn-Traum erfahren hat, könne er sich nur lückenhaft erinnern.

Der junge Mann auf dem Dach trug unter anderem einen bleibenden Knorpelschaden am linken Fuss davon. Die Schäden spüre er nach wie vor beim Sport, die Tennisschuhe habe er an den Nagel hängen müssen. Auch Fussball «kann ich vergessen», sagte er vor Gericht. Den Vorfall versuche er irgendwie zu verdrängen. Das gemachte Video wolle er nie wieder sehen, er schäme sich dafür.

Die Vorinstanz hatte die beiden Beschuldigten zwar der vorsätzlichen groben Verletzung der Verkehrsregeln schuldig gesprochen - aufgrund der erlittenen Verletzungen allerdings ohne eine Strafe zu verhängen. Die Staatsanwaltschaft forderte vor Obergericht nun bedingte Geldstrafen und Bussen.

Der Fahrer des Unfallfahrzeugs hatte das Urteil der Vorinstanz akzeptiert. Laut Staatsanwalt übernahm er eine Verantwortung für den Vorfall und wurde im abgekürzten Verfahren verurteilt.

Das Urteil des Obergerichts wird um 11.45 Uhr erwartet.

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